WKÖ: Indien attraktiv für Spediteure

Salcher: Die besten Plätze werden jetzt vergeben - Zimmermann: Österreichische Ausfuhren nach Indien boomen

Wien (PWK447) - "Erfolgreiche Exportfirmen schätzen das professionelle Know how der heimischen Logistiker", sagte Hans-Dieter Salcher Obmann des Fachverbandes Spedition und Logistik in der WKÖ, anlässlich der heutigen Veranstaltung "Indien - Wirtschafts- und Investitionspartner" der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) und der Internationalen Handelskammer (ICC) in der Wirtschaftskammer Wien. Salcher: "Logistiker können in Indien heimische Firmen bzw. indische Firmen beim Markteintritt in Europa logistisch unterstützen und ihnen zu Erfolgen verhelfen."

"Während in Indien das dynamische Wirtschaftswachstum, verbunden mit einem aufstrebenden Industriesektor, einen hohen Bedarf an Infrastrukturentwicklung und steigender Konsumnachfrage, zahllose Geschäftsmöglichkeiten bietet, werden jetzt schon die besten Plätze für eine erfolgreiche zukünftige Partnerschaft vergeben", betont Reinhart Zimmermann von der AWO.

Die EU ist der größte Handelspartner von Indien. Dabei macht der Handel zwischen Indien und der EU rund 20 Prozent des indischen Welthandels aus. Der Export von Indien in die EU kommt auf 17,25 Milliarden US-Dollar. Umgekehrt nimmt Indien aber nur den 12. Platz auf der Liste der EU-Handelspartner ein und der Handel mit Indien entspricht nur 1,7 Prozent des gesamten Handels der EU. Auf Indien entfielen im Jahr 2004 2% sowohl der Einfuhren als auch der Ausfuhren der EU-25. Im Handel mit Indien verbuchten die EU-25 einen leichten Überschuss: +0,8 Mrd. im Jahr 2004 und +0,6 Mrd. in den ersten sechs Monaten des Jahres 2005. "Hier ist also noch eine Menge Wachstumsmöglichkeit drinnen", so Salcher. Die österreichischen Exporte nach Indien laufen hervorragend. "Alleine im ersten Quartal 2006 machte das Ausfuhrplus 51,9% auf ein Volumen von 75 Mio. Euro aus", ergänzt Zimmermann. Die Einfuhren aus Indien legten im selben Zeitraum 20,1% auf 83 Mio. Euro zu.

Trotz der Herausforderungen wie Einfuhrzoll und Einfuhrbeschränkungen bietet der Handel mit Indien viele Chancen. Indien bemüht sich ausländische Investoren anzuziehen. Zum einem wurde der Marktzugang deutlich erleichtert, zum anderen entwickelt Indien im Moment ein umfassendes Mehrwertsteuersystem, die Zölle werden gesenkt und Indien investiert verstärkt in die Infrastruktur des Landes", führt Salcher weiter aus. Damit werden bald die regelmäßigen Stromausfälle der Vergangenheit angehören.

Informationsveranstaltungen wie jene von AWO und ICC sind eine gute Sache, um den Unternehmern ein realistisches Bild über die Chancen und Herausforderungen zu vermitteln. Zimmermann: "Denn das Land, in dem ein Kopfschütteln ein Ja bedeutet, ist der neueste Star am Himmel der Wachstumsmärkte. Indien hat mit seinen jährlichen Zuwachsraten von 6 bis 10 Prozent und ca. 1,2 Mrd. Konsumenten ein enormes Potenzial." Das Land ist - neben den seit langem bekannten Dienstleistungen rund um die IT-Branche - sehr lukrativ für Produktionsstandorte, als Herkunftsmarkt sowie Absatzmarkt, aber auch als Distributionsstandort für den vorderasiatischen Raum und den Mittleren Osten.

Indien bietet den Investoren einerseits sehr geringe Lohnkosten sowie ein gutes Ausbildungsniveau und andererseits im Vergleich zu China geringere administrative Auflagen und einfache Kommunikation:
Business-Sprache ist - trotz der parallel existierenden drei Hauptsprachen und ca. 1.500 indischen Dialekten - Englisch. Besonders auffällig ist der hohe Arbeitswille in Indien. Dies zeigt sich in der fast uneingeschränkten Flexibilität bei Arbeitsstandort und Arbeitszeiten sowie der wissbegierigen Inanspruchnahme von Weiterbildungsangeboten. Von allen großen Wachstumsmärkten hat Indien jedoch die schlechteste Infrastruktur. Das umfangreiche Netz ist in einem schlechten Zustand. Dieses Manko hat auch die Regierung erkannt und investiert in die Modernisierung und den Ausbau. Eines der großen Schlüsselprojekte, das mit Hilfe der Weltbank realisiert wird, ist der Bau der Ost-West- und der Nord-Süd-Achse. Hohe Infrastrukturinvestitionen Ausbau und Modernisierung der Infrastruktur kommen in Gang. So sollen allein gut 16 Mrd. EUR bis 2013 in Ausbau und Modernisierung der Häfen gesteckt werden. Für annähernd 5 Mrd. EUR will die Indische Bahn spezielle "Frachtkor¬ridore" für den Güterverkehr zwischen Delhi, Mumbai und Kalkutta bauen. Der indische Logistik-Outsourcing¬Markt entwickelt sich sehr dynamisch. Der indische Logistikmarkt hatte 2005 ein Volumen von zirka 15,8 Mrd. USD, was einem Anstieg um über sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mit den Prognosen und der Marktentwicklung wird davon ausgegangen, dass sich das Wachstum in den nächsten Jahren noch beschleunigen wird. Der indische Logistikmarkt hat heute schon ein Volumen von 16 bis 22 Mrd. EUR. Prognostiziert werden Steigerungsraten zwischen sieben und zwölf Prozent. (BS)

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