GMTN-Foglar: Gallaher-Gewinne auf Kosten ehemaliger ArbeitnehmerInnen

Jubelmeldungen nach fünf Jahren Privatisierung nicht angebracht

Wien (GMTN/ÖGB) - Die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) teilt die Jubelstimmung nicht, die der britische Gallaher-Konzern heute zum Thema "Integration von Austria Tabak in den Gallaher-Konzern" verbreitet hat. "Aus Sicht der Austria-Tabak-Beschäftigten - vor allem der ehemals Beschäftigten -gibt es keinen Grund zum Feiern", sagt Erich Foglar, Bundesvorsitzender der GMTN.++++

"Durch die Privatisierung der Austria Tabak im Jahr 2001 haben sehr viele verloren", so Foglar. "Die Kurzsichtigkeit der Bundesregierung beim Verkauf der AT hatte zur Folge, dass die Einnahmen für das Staatsbudget mit einem Schlag für immer weg waren. Durch die Verlagerung von Unternehmensteilen in andere Länder sind außerdem Steuereinnahmen verloren gegangen. Was uns als Gewerkschaft aber am meisten schmerzt, ist der Verlust von mehr als 150 Arbeitsplätzen an den Standorten Schwaz und Fürstenfeld." Der Gallaher Konzern hatte nach dem Kauf eine Arbeitsplatz- und Standortgarantie abgegeben. Nur wenige Tage nach Ablauf der Garantie wurde die Schließung der zwei Werke verkündet. Foglar: "Es ging Gallaher nur darum, immer höhere Gewinne zu machen, das geht auch deutlich aus der heutigen Jubelmeldung hervor. Wir haben nichts dagegen, dass Unternehmen Gewinne machen - wenn die Beschäftigten, die Regionen und das Staatsbudget auch Vorteile davon haben. Die Gewinne der Austria Tabak gehen allerdings zu lasten der ehemals Beschäftigten und der Regionen."

ÖGB, 29. Juni
2006 Nr. 462

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