Darabos: Berlusconisierung schädigt ORF auch wirtschaftlich

Wien (SK) - "Es bereitet mir Sorge, dass die derzeitige ORF-Spitze
- sowohl die Spitze des Managements als auch die Leitung der Informationssendungen - auch die wirtschaftliche Zukunft des ORF durch die dilettantische Führung aufs Spiel setzt", so SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos am Donnerstag in einer Pressekonferenz vor der heutigen Nationalratssondersitzung. Denn die inhaltliche ÖVP-Orientierung in der ORF-Information habe zur Folge, dass die Quoten einbrechen und damit auch die wirtschaftliche Zukunft des ORF gefährdet wird. "Der jetzige Weg führt schnurstracks in die Berlusconisierung des ORF und das schadet dem ORF, statt ihn zu stärken." ****

Schon seit Jahren rumore es im ORF, was die inhaltliche Ausrichtung betreffe, es habe aber eines Spitzenjournalisten aus dem ORF bedurft, um die Diskussion auf einer objektiven Ebene anzustoßen. "Es ist der richtige Weg gewesen, dass sich Armin Wolf hier selbst zu Wort gemeldet hat und die Zivilgesellschaft mit verschiedenen Initiativen für die Unabhängigkeit des ORF eingetreten ist", hielt der SPÖ-Bundesgeschäftsführer fest.

Klar zeige sich, dass alle Informationssendungen des ORF ein deutliches Minus bei den Marktanteilen seit 2001 hinnehmen mussten. "Die Menschen wenden sich vom ORF ab, weil sie die einseitige Berichterstattung und die starke ÖVP-Lastigkeit nicht spannend finden." Dies sei aber keinesfalls als Angriff auf die Journalisten zu sehen, erklärte Darabos. Die sinkenden Marktanteile würden aber auch die Überlebensfähigkeit gefährden, weil rund um die Informationssendungen auch das meiste Geld zu holen sei. "Bei sinkenden Marktanteilen sinken auch die Werbeeinnahmen", so die logische Schlussfolgerung Darabos'.

Die SPÖ wird den Initiativantrag der Grünen unterstützen. Darin enthalten ist die Forderung nach einem medienöffentlichen Hearing im Stiftungsrat für die Kandidaten für den Posten des Generaldirektors und der Direktoren und Landesdirektoren. Zweitens soll die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors geheim im Stiftungsrat erfolgen, "um nicht irgendwelche Freundeskreise in Geiselhaft zu bringen", wie Darabos abschließend festhielt. (Schluss) js

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