Öffentliche Verunsicherungen in der Lohnpolitik sind das falsche Rezept

Industrie wehrt sich gegen Rundumschlag in Sachen Niedriglohnfalle

Wien (PWK438) - "Mit diesem Rundumschlag in Reichenau ist das heurige Sommertheater wohl eröffnet", kommentiert Wolfgang Welser, Obmann der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich, Äußerungen von Gunther Tichy im Rahmen einer Enquete von AK und ÖGB, wonach vor einer "Niedriglohnfalle" in Österreich gewarnt wird. Richtig sei, dass Österreich nicht mit östlichen Billiglohnländern konkurrieren könne, und dies mit Rücksicht auf den Konsum und den inländischen Lebensstandard auch gar nicht wolle, stellt Welser klar. "Völlig verzerrt ist die Darstellung, dass Österreich in Niedriglohnbranchen stecken bleibe. Wahr ist vielmehr das Gegenteil, trotzdem muss Österreich auf die Arbeitskosten achten, wenn die produzierende Industrie in Österreich verbleiben soll. Wir wollen künftig sowohl Hochtechnologie als schon derzeitige Stärke als auch eine vernünftige produzierende mittelständische Struktur als Job-Motor für andere wichtige Wirtschaftsbereiche wie etwa Dienstleistungen."

Spartengeschäftsführer Wolfgang Damianisch versteht ebenfalls die rundum gestreute Kritik hinsichtlich Überlegungen für ein neues Lohnmodell, Steuerförderungen für die private Altersvorsorge oder Steuerbegünstigungen für Sonderzahlungen nicht. Nicht rechtzeitig auf die notwendige Finanzierung einer Alters- und Gesundheitsvorsorge hinzuweisen, wäre im Gegenteil grob fahrlässig und hieße bewusst auf künftige Auseinandersetzungen hinsteuern. Auch die Forderung nach einer Wertschöpfungsabgabe überrasche in diesem Zusammenhang nicht und sei der Beweis für die offenkundig immer noch von einzelnen Experten vertretene Meinung, dass der österreichische Wohlstand künftig ausschließlich mit Kleingewerbe und Tourismus zu garantieren sei. "Verunsicherung vorzuwerfen und Bewusstseinsbildung zu kritisieren, andererseits aber Belastungen zu konzentrieren kann nicht ernst genommen werden, wir suchen den Dialog", meint Wolfgang Welser zu den berichteten Äußerungen im Rahmen dieser Veranstaltung. (us)

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