Kukacka: Kosten und Nutzen des Lärmschutzes sollen überprüft werden

Generalerneuerung des A1 Abschnittes St. Georgen - Wangauer Ache in nur 8 Monaten abgeschlossen

Wien (OTS) - "Mit der Generalerneuerung der A1 Strecke St. Georgen
- Wangauer Ache tritt die gesamte Generalerneuerung der Westautobahn in ihre Endphase. Damit sind von 112 km A1 Autobahn in Oberösterreich bereits 77 km generalsaniert, also defacto neu gebaut und 9 km noch in Bau. 2009 wird die Westautobahn durchgehend saniert sein und es sollte etliche Jahre keine Baustelle mehr geben. Die Generalerneuerung der mehr als 13 km langen Verbindung kostete 59 Mio. Euro und wurde in sehr kurzer Zeit fertiggestellt", betonte heute, Donnerstag Verkehrsstaatssekretär, Mag. Helmut Kukacka anlässlich der Verkehrsfreigabe des A1 Autobahnabschnittes St. Georgen - Wangauer Ache.

"Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gemacht, eine sozial- und umweltverträgliche Verkehrsentwicklung zu gewährleisten. Sie bekennt sich zum ökologisch verträglichen Straßenbau, mit einem bestmöglichen Anrainerschutz, denn der Straßenverkehr darf nicht Feindbild werden, schließlich sind die Verkehrswege auch die Lebensadern der Wirtschaft", betonte Kukacka.

Kukacka nahm auch zu dem in letzter Zeit viel diskutierten Thema Lärmschutz Stellung: "Für diesen Streckenteil wurden rund 20 km Lärmschutzwände neu errichtet - auf beiden Richtungsfahrbahnen und teilweise auch bei der Mitteltrennung. Die Kosten dafür betrugen 9,21 Mio. Euro. Damit wurden rund 20% der Gesamtkosten der Generalerneuerung nur in den Anrainerschutz und zur Erhaltung deren Lebensqualität investiert. Besonders geschützt wurden vor allem die Anrainer der Gemeinden St. Georgen, Strass und Oberwang. Die Planungen für diesen Lärmschutz wurden von der Abteilung Autobahnen im Land OÖ im Auftrag der ASFINAG durchgeführt", betonte der Staatssekretär die gute Zusammenarbeit von Land OÖ und ASFINAG, aber auch deren gemeinsame Verantwortung für Planung und Errichtung.

Die rechtliche Lage für Lärmschutz bei Generalerneuerungen ist eindeutig: Sind Anrainer an Autobahnen und Schnellstraßen der Meinung, dass sie zu viel Lärm ausgesetzt sind, können sie Messungen beantragen, die von der ASFINAG in Zusammenarbeit mit dem Land beauftragt werden. Stellen die Lärm-Messungen fest, dass ein Grenzwert von 50db in der Nacht und 60db am Tag überschritten wird, besteht Anspruch auf Lärmschutz und es werden Lärmschutzwände in Kooperation mit Land und der betroffenen Gemeinde errichtet. Dazu wird ein Lärmschutzprogramm von der ASFINAG erarbeitet und dieses nach Genehmigung des BMVIT umgesetzt. Die Kosten trägt zu 100 Prozent die ASFINAG.

Kritisch äußerte sich Kukacka auch über die Widmungspolitik der anrainenden Gemeinden die manchmal einen gewissen "Kostentreiber" darstellt, da die Gemeinden im Nachhinein oftmals Baugebiete an der Autobahn widmen. Darüber hinaus ist die Verkehrspolitik mit einem weiteren Widerspruch konfrontiert: "Die Autofahrer legen in ihren unterschiedlichen Rollen oft auch sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Verhaltensweisen an den Tag. Derselbe Bürger, der als lärmgeplagter Anrainer vehement Lärmschutzwände fordert, will als Autofahrer freie Sicht auf die Schönheiten der Landschaft genießen. Trotz dieser Widersprüche versucht die Verkehrspolitik sachlich richtige und politisch vernünftige Entscheidungen zu treffen. Die Beamten im BMVIT sollen daher in Zukunft die eingereichten ASFINAG Projekte verstärkt auf ihr Kosten-Nutzen Verhältnis im Bereich des Lärmschutzes überprüfen. Es wurde bereits eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die derzeit geltenden Lärmschutzgrenzwerte kritisch prüft", hielt Kukacka abschließend fest.

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