16. Gewerkschaftstag Kunst-Medien eröffnet

ORF-Lindner: Hunger spornt Kreativität nicht an - KV war wichtig

Wien (KMSfB/ÖGB) - Mit einem Festakt - "standesgemäß" in einem Theater (Gloria-Theater in Wien-Floridsdorf) - eröffnete die für Kultur und Medien zuständige Gewerkschaft KMSfB (Kunst, Medien, Sport, freie Berufe) am Mittwoch Nachmittag ihren 16. ordentlichen Gewerkschaftstag. Vorsitzender Peter Paul Skrepek bezeichnete die Arbeit als "unersetzbares Gut", strich das Selbstverständnis der KMSfB als "Kulturgewerkschaft" heraus: "Kultur ist nicht etwas, was sich Satte und Reiche leis-ten. Kultur macht reich!" Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autoren, beantworte-te die selbst gestellte Frage "Gewerkschaft: Ja oder Nein?" mit "Natürlich Ja! Kunst und Gewerkschaft sind kein Gegensatz!" Nach der Festrede von ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner gab es ein buntes künstlerisches Programm, bei dem sich nahezu alle von der KMSfB vertretenen Berufe wiederfinden konnten - lediglich die Sportler nicht, aber die laufende Fußball-WM bietet wohl einen Aus-gleich.++++

"Das wichtigste Kapital des ORF ist die Kreativität seiner Mitarbeiter", sagte Gene-raldirektorin Lindner eingangs, sie habe daher "großen Wert auf den neuen ORF-KV gelegt, der zur Anstellung vieler freier Mitarbeiter führte." Ein Ziel des KV sei auch gewesen, "das Kapital Mitarbeiter enger an das Unternehmen zu binden. Denn ich bin nicht der Meinung, dass Hunger die Kreativität anspornt." Der KV habe auch zu einer "fast-Frauen-Parität" im ORF geführt. Auf Aktuelles eingehend meinte Lindner unter ausdrücklichem Hinweis auf das ORF-Redakteursstatut, dass "eine Diskussion wie jetzt über den ORF in einem kommerziellen Sender nicht möglich wäre." Die ORF-Chefin unterstrich die führende Rolle des ORF bei der Beschäftigung der öster-reichischen Filmindustrie mit einem jährlichen Auftragsvolumen von 85,5 Mio. Euro (2002-2005) bzw. 74 Mio. Euro (bis 2001). Zuletzt strich Lindner das intensive Enga-gement des ORF bei den neuen Medien hervor - "besonders wichtig für junge Me-dienkonsumenten, sonst wissen die Jungen bald mehr über die deutsche Politik als über die österreichische!"

Schüssel: "KMSfB arbeitet mit Umsicht in wichtigem Bereich"

Seitens mehrerer Mitglieder der Bundesregierung waren Grußbotschaften zum Gewerkschaftstag eingelangt. Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel lobte in seiner sehr ausführlichen Botschaft, dass "die Gewerkschaft KMSfB in einem wichtigen ge-sellschaftlichen Bereich mit Umsicht arbeitet". Grüße gab es auch von Vizekanzler Dr. Hubert Gorbach und Staatssekretär Franz Morak. Dem Festakt wohnten auch zahlreiche Ehrengäste bei, an der Spitze Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder, ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits, die leitende ÖGB-Sekretärin Roswitha Bachner und NR-Abg. Karl Öllinger. Auch Vertreter aller anderen Gewerkschaften sowie zahlrei-che Repräsentanten aus Theater, Film und Medien waren gekommen.

Viel Abwechslung bot das künstlerische Programm des Festaktes. Das Gloria-Theater sei "der nördlichste kulturelle Außenposten der Kulturstadt Wien", sagte des-sen Chef Gerald Pichowetz und es sei "ein sozialpartnerschaftliches Haus", denn Pichowetz ist nicht nur KMSfB-Mitglied, sondern vertritt in der Wiener Wirtschafts-kammer die Theater. Es gab dann Darbietungen der Damenkapelle "Wiener Walzer-traum", Staatsopernsänger Wolfgang Scheider sang das Hobellied mitsamt zwei Strophen zu BAWAG und ÖGB, Kurt Freitag zauberte gekonnt, das Willi Resetarits-Quartett (mit Sabina Hank, Herbert Berger und Georg Reinschmied) brachte u.a. Lieder von Jura Soyfer sowie vertonte Texte von HC Artmann. Heli Deinboek rundete das Programm ebenso ab wie eine Zilk-Parodie durch Peter Paul Skrepek. (schluss)

ÖGB, 29. Juni
2006
Nr. 458

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