Bollmann begrüßt Logistik-Schwerpunkt der finnischen Ratspräsidentschaft

"Logistik leistet wesentlichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit" - Auch Österreich wird sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen müssen

Wien (PWK436) - Die Veröffentlichung der EU, einen Aktionsplan zu Stärkung der Güterlogistik zu erarbeiten, wird von der heimischen Branche begrüßt, so Harald Bollmann, Obmann der Bundssparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich. "Deutschland erarbeitet momentan einen Aktionsplan Logistik und wird dafür bis 2008 1,85 Millionen Euro ausgeben. Finnland hat hier die Führerschaft und setzt Logistik als Schwerpunkt seiner Ratspräsidentschaft. Daher wird sich auch die nächste österreichische Regierung intensiv mit diesem Thema beschäftigen müssen", zeigt sich Bollmann überzeugt.

Eine leistungsstarke Logistik ist der entscheidende Motor für Wirtschaftswachstum. Logistik ist längst ein globales Thema, denn die Branche ist das Rückgrat einer modernen arbeitsteiligen Wirtschaft. Im Durchschnitt machen die Logistikkosten (Transport- und Lagerkosten) zehn bis 15 Prozent der Gesamtkosten des Endprodukts aus. Die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Produkte fängt also bereits bei der Logistik an und Erfolgsmodelle wie Zara zeigen, dass man sich auch gegen die Textilschwemme aus China behaupten kann, so der Sprecher der österreichischen Verkehrswirtschaft.

Nach Auffassung von Bollmann sind die prioritären Bereiche der europäischen Logistikpolitik:

  • Infrastrukturen - flexible Systeme machen Investitionen erforderlich;
  • Forschung, Entwicklung und Ausbildung - Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU;
  • Unternehmen - Ausbau der Logistikindustrie;
  • Innovative und intelligente Regulierung;
  • Kosteneffizienz - effiziente Logistik;
  • Nachhaltigkeit - ist unter umweltspezifischen, sozialen und wirtschaftlichen Gesichts¬punkten für eine moderne Logistik unerlässlich;
  • Zusammenarbeit - in einer vernetzten Gesellschaft von strategischer Bedeutung;
  • Öffentlich/private Partnerschaft - bewegliche Lösungen für Investitionen.

Hier müsse man von Punkt zu Punkt und innovativ vorgehen, so Bollmann.

Die Globalisierung der Produktion und der entsprechenden Lieferketten erhöht den Transportbedarf. Der Wettbewerb zwischen Europa und den Vereinigten Staaten und vor allem dem Fernen Osten hat Auswirkungen auf Knotenpunkte (insbesondere Seehäfen und Flughäfen) und die Infrastrukturkapazität. "Die Markt- und Geschäftsintegration durch Zusammenarbeit Europas mit anderen großen Logistikzentren in der Welt (z. B. den Vereinigten Staaten, Russland, Japan, China, Indien, Brasilien) muss gefestigt werden. Hier gilt es, die nationalen Aufgaben zu machen und grenzüberschreitend Engstellen zu beseitigen."

Die globale Logistik-Industrie wird auf ein Volumen von etwa 5,4 Billionen Euro bzw. 13,8 Prozent des globalen BIP geschätzt. In Europa und Nordamerika werden davon je 1 Billion Euro jährlich ausgegeben. Der Wettbewerb im europäischen Logistik-Sektor ist stark. Die zwanzig größten dieser Unternehmen verfügen über einen Marktanteil von 33 Prozent.

Nach Schätzung belaufen sich die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen auf ein Zehntel der weltweiten Logistikkosten. Das würde über 100 Milliarden Euro jährlich an zusätzlichem Aufwand entsprechen. Auch wenn Sicherheit ihren Preis hat, so muss doch die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt werden. "Hier gilt es das rechte Maß zu bewahren und dafür einzutreten, dass die Aufrechterhaltung der öffentliche Sicherheit als staatliche Aufgabe wahrgenommen und kostenmäßig nicht auf den Logistikbereich abgewälzt wird", betont Bollmann. (hp)

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