Wehsely: Stalking - Frauennotruf verzeichnet steigende Kontakte

Anti-Stalking-Gesetz tritt in Kraft: Sonder-Beratungschat am Montag

Wien (OTS) - Das öffentliche Bewusstsein in Sachen Stalking ist gewachsen. Das zeigt eine Zwischenbilanz des 24-Stunden-Frauennotrufs der Stadt Wien: Im ersten Halbjahr 2006 verzeichnete der Frauennotruf bereits über 300 Beratungskontakte zum Thema Stalking. Zum Vergleich:
Im gesamten Vorjahr waren es 550 Stalking-Beratungskontakte (telefonische und persönliche Gespräche). Frauenstadträtin Sonja Wehsely wertet diesen Trend "als erfreuliches Zeichen der wachsenden öffentlichen Bewusstseinsbildung". Es zeige sich, "dass Betroffene immer öfter den Mut finden, ihren Leidensdruck zu artikulieren und Hilfe in Anspruch zu nehmen". Auch die politischen Diskussionen über die Notwendigkeit eines Anti-Stalking-Gesetzes hätten zur öffentlichen Bewusstseinsbildung beigetragen, erklärt Wehsely anlässlich des Inkrafttretens des neuen Anti-Stalking-Gesetzes am Samstag. Betroffene von Stalking können sich rund um die Uhr unter der Telefonnummer 01/ 71 71 9 an den Frauennotruf wenden. Aus Anlass des am 1. Juli in Kraft tretenden Anti-Stalking-Gesetzes bietet der Frauennotruf kommenden Montag, dem 3. Juli, von 17 bis 20 Uhr einen Sonder-Beratungschat zum Thema Stalking unter http://www.frauennotruf.wien.at/ an.****

Auch die Telefonstatistik des Frauennotrufs weist einen Anstieg beim Thema Stalking aus: Gab es in den Jahren 2003 und 2004 noch rund 270 bzw. 280 Anrufe, haben sich im Jahr 2005 bereits 470 Stalking-Opfer an den Frauennotruf gewandt. Mittlerweile wendet sich bereits jede siebente Anruferin wegen Stalking an den Frauennotruf, während es im Jahr 2003 noch jede zehnte war. Jedes vierte persönliche Beratungsgespräch gilt der Stalking-Problematik, im Jahr 2003 war es jedes sechste.

Barbara Michalek, Juristin und ab 1. Juli 2006 neue Leiterin des 24-Stunden Frauennotrufes, weiß um die Probleme der Betroffenen:
"Opfer, die monate-, oft jahrelang diesem enormen Druck und der Kontrolle ausgesetzt waren, sind schwer traumatisiert. Nicht die einzelne Verfolgungshandlung, sondern die andauernde Angst vor Verfolgung und Kontakt führt zu schwerwiegenden Lebenseinschränkungen."

"Gesetz ist Schritt in richtige Richtung, Effizienz wird Praxis zeigen"

Das am Samstag in Kraft tretende Anti-Stalking-Gesetz setze ein wichtiges gesellschaftspolitisches Zeichen, betont Frauenstadträtin Wehsely. Durch die Verankerung im Strafrecht zeige der Gesetzgeber, dass Stalking als Verhalten unter keinen Umständen akzeptiert werde und staatlichen Sanktionen unterzogen werden müsse, so Wehsely. Das Gesetz sei ein "erster Schritt in die richtige Richtung". Die Initiative für dieses Gesetz ging von Wien aus. Mit einer Anti-Stalking-Resolution wurde die Bundesregierung auf die bestehende Gesetzeslücke aufmerksam gemacht. "Auch wenn das Gesetz nicht zu 100 Prozent unseren Vorstellungen entspricht: Es freut mich, dass es uns gelungen ist, die Bundesregierung wachzurütteln", so Wehsely. "Wir werden weiterhin genau hinsehen, denn nur die Praxis und die Beobachtungen der Beratungseinrichtungen werden zeigen, wie effizient die rechtlichen Maßnahmen die Opfer schützen und den Tätern Einhalt gebieten." (Schluss) lac

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