ÖAMTC: Vormerksystem zeigt Unwissenheit über richtige Kindersicherung

Für Kinder unter 14 Jahren muss man besondere Vorschriften beachten

Wien (OTS) - Gleich 41 Prozent der bisher rund 18.000 Vormerkungen waren auf unzureichende Kindersicherung im Auto zurückzuführen. "Niemand setzt seine Kinder bewusst einer Gefahr aus", ist ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer überzeugt. "Die meisten wissen einfach nicht, was das Gesetz im Rahmen der Kindersicherung vorschreibt." Die wichtigsten Punkte im Überblick:

* Kinder unter 14 Jahren müssen bei der Beförderung in allen Kraftwagen entsprechend gesichert sein, das heißt bis zu einer Größe von 150 cm mit Rückhalteeinrichtung, ab einer Größe von 150 cm mit Sicherheitsgurt.

* Rückhalteeinrichtungen müssen mit einem Genehmigungszeichen nach der ECE- Regelung Nr. 44 gekennzeichnet sein.

* In dem seltenen Fall, dass Fahrzeuge keine Sicherheitsgurte haben, dürfen Kinder nicht auf den Vordersitzen befördert werden. "Kinder unter drei Jahren dürfen ungesichert überhaupt nicht mehr mitgenommen werden", erklärt der ÖAMTC-Jurist. Hat das Fahrzeug also keine zum Kind bzw. Kindersitz passenden Gurte, ist die Beförderung von Kindern bis zu drei Jahren in diesem Fahrzeug verboten. Kinder ab drei Jahren dürfen auf dem Rücksitz Platz nehmen, auch wenn dort keine Gurte vorhanden sind.

* Bei drei Kindern auf der Rückbank gelten besondere Vorschriften:
Wenn auf der Rückbank in der Mitte nur ein Beckengurt vorhanden ist und bereits zwei Kinderrückhalte-Systeme verwendet werden, genügt bei Kindern mit einem Gewicht über 18 kg (älter als drei Jahre) die Sicherung mit dem Zweipunkt-Beckengurt. Kinder unter 18 kg müssen zusätzlich mit einer speziellen Rückhalteeinrichtung (z.B. Schalensitz mit Aufprallschutz oder Hosenträgergurt, Sicherheitstischchen etc.) gesichert werden.

* Wenn ein Kind so groß ist, dass kein im Handel erhältliches System geeignet ist, kann die Wohnsitzbehörde des Lenkers bestätigen, dass aus anatomischen Gründen die Benützung einer Rückhalteeinrichtung nicht zumutbar ist.

* Die gleichzeitige Beförderung mehrerer ungesicherter Kinder bringt nur eine Vormerkung. Im Wiederholungsfall wird eine Maßnahme angeordnet. Dafür ist ein Fahrsicherheitskurs vorgesehen, bei dem speziell auf die Gefahren schlechter Kindersicherung und richtiges Verhalten eingegangen wird.

Diese Vorschriften gelten auch für sogenannte "Gelegenheitsfahrten". "Wer zum Beispiel nur ausnahmsweise oder auf einer kurzen Fahrt ein Kind im Auto sitzen hat, muss genauso dafür Sorge tragen, dass das Kind richtig gesichert ist", erklärt Hoffer. Von einer Strafe kann die Exekutive nur dann absehen, wenn eine entschuldbare Fehlsicherung mit einem nur leichten Sicherheitsmangel vorliegt.

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