Bundespräsident Fischer: "Gelebte Sozialpartnerschaft ist so sinnvoll wie eh und je"

"Soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Effizienz sind gleichberechtigte Ziele" - Gewerkschaftsbewegung werde wieder zu ihrer früheren Stärke und Bedeutung finden

Wien (PWK432) - "Ein historischer Zeitraum, in dem es bedeutende historische Persönlichkeiten gegeben hat. Dabei ist nicht nur an Julius Raab und Leopold Figl zu denken, sondern auch an Johann Böhm und Anton Benya", eröffnete Bundespräsident Heinz Fischer seine Rede zum 60-Jahr-Jubiläum der Wirtschaftskammer Österreich. Die vergangenen sechs Jahrzehnte waren, so Fischer, eine Zeitspanne, in der "enorm viel geleistet wurde und sich unglaublich viel verändert hat".

Es gab in dieser Zeit aber auch wichtige Konstanten. Dazu gehören die Kammern, die Gewerkschaften und sonstige Interessensvertretungen, führte der Bundespräsident in seiner Festansprache weiter aus. Als außerordentlich bemerkenswert bezeichnete es Fischer, dass es gelungen ist, die verschiedensten Interessen abzustimmen und zu bündeln. "Dies war entscheidend für die Dynamik und Erfolge unseres Landes". Das Resultat dieser Entwicklung war eine soziale Marktwirtschaft, die diesen Namen auch verdient.

"Gelebte Sozialpartnerschaft ist so sinnvoll wie eh und je. Ohne sie würden wir den Blick für das Ganze verlieren", betonte Fischer. Sie ist eine der Grundlagen der sozialen Stabilität, und dies nicht nur in Österreich, sondern auch in anderen Teilen Europas. Gelegentlich werde die Frage gestellt, ob die Sozialpartnerschaft überholt sei. Diesen Fragern sei, so Fischer, zu antworten, dass es nicht auf die Zahl, sondern auf die Qualität der gemeinsamen Aktionen ankomme. "Ich trete für ein Optimum und nicht für ein Maximum einer aufgabenorientierten Sozialpartnerschaft ein", sagte Fischer wörtlich.

Wenn der Preis der Erfolge unseres Landes soziale Ungleichheit ist, würde er sich Sorgen machen, führte der Bundespräsident aus. "Soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Effizienz sind gleichberechtigte Zielsetzungen. Da kann es kein Entweder - Oder geben". Sorgen würde er sich auch machen, wenn die jüngsten "unfassbaren Zustände" zu einer dauerhaften Schwächung der Gewerkschaft führten. Dies sei aus seiner Sicht aber nicht zu erwarten. "Ich vertraue fest darauf, dass die Gewerkschaft in Zukunft wieder die Stärke und Bedeutung hat, die wir in der Vergangenheit schätzen gelernt haben. Die wahre Stärke der Gewerkschaftsbewegung liegt nicht in irgendwelchen materiellen Werten oder gar im Streikfonds, sondern in der Solidarität ihrer Mitglieder".

Der Wirtschaftskammer Österreich sei zu ihrem eindrucksvollen Sechs-Jahrzehnte-Jubiläum herzlich zu gratulieren, schloss der Bundespräsident: "Ich möchte ihr in ihrem und in unser aller Interesse weiterhin viel Erfolg wünschen".

Mit dem Abspielen der Europahymne fand der Festakt im Palais Liechtenstein sein Ende. (hp)

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