Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Die Hoffnung stirbt zuletzt (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 29.06.2006

Klagenfurt (OTS) - Was hat das Land mit seiner Minderheit getan?
Die Höchstgerichte orten "fallende Tendenz". Die Ortstafelfrage als "Causa prima" Kärntens dient im gegenwärtigen Politik-klima und Vorwahlkampf als "reiner Spielball.

Der momentane Umgang mit bestehendem Minderheitenrecht zeigt eines klar:
Man muss nur lange genug mit der Umsetzung des am 15. Mai 1955 im Staatsvertrag (Artikel 7) festgeschriebenen Rechtes warten, dann sinken die Zahlen des slowenischsprachigen Bevölkerungsanteils von selbst und rutschen unter zehn Prozent ... Sind es nun Ortstafeln, die in Frage gestellt werden, folgt als Nächstes die Amtssprache, danach bleibt nicht viel. Steigende Anmeldungen zum zweisprachigen Unterricht in Kärntens Volksschulen sind dagegen ein Tropfen auf den heißen Stein.

Alarmierend findet die Delegation des Europäischen Parlaments, die unlängst Kärnten besuchte, den Rückgang slowenischer Bevölkerung: "Es hat den Anschein, dass formalrechtlich mit allen möglichen Tricks die Minimalrechte zum Schutze dieser Minderheit hinausgezögert wurden", heißt es in einem Brief an Kanzler Schüssel. Daher solle die Minderheit "einen neuen Stellenwert bekommen" - einen von selbstverständlicher Wertschätzung.

Rückfragen & Kontakt:

"Neue Kärntner Tageszeitung"
Viktringer Ring 28
9020 Klagenfurt

Gabi Russwurm-Biro
Tel.: 0463/5866-503
E-Mail: gabi.russwurm@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001