Neues Volksblatt: "Vabanque" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 29. Juni 2006

Linz (OTS) - Fast könnte man das Geschehen zwischen SP-Chef Alfred Gusenbauer und "seinen" roten Gewerkschaftern für inszeniert halten:
Da die Gewerkschafter, die für ihre Klientel Ansprüche und Selbstbewusstsein demonstrieren, dort der Parteichef, der - wieder einmal - seine Meinung ändert und auf die herrschende Anti-Gewerkschafter-Stimmung in der Öffentlichkeit aufspringt. Es ist nicht auszuschließen, dass ihm das bei der NR-Wahl tatsächlich ein wenig hilft.
Trotzdem ist es wohl nicht Inszenierung, worauf auf die jetzigen SP-Kalamitäten basieren. Dem steht Gusenbauers Lust entgegen, sich selbst - unberührt von Vorgängen um ihn herum - in Szene zu setzen. Dazu kommt die strategische Erkenntnis, dass für den SP-Vorsitzenden die rückhaltlose "Mission Stimmenrettung" der einzige Weg ist, seiner politischen Karriere doch noch ein Stückchen Zukunft zu geben. Denn wenn er wider Erwarten die Wahl doch noch gewinnt, wird er auch für die jetzt gramen SP-Länder- und Gewerkschaftsorganisationen -zumindest vorerst - ihr großer Held sein. Und wenn nicht, ist der politische Weg des Alfred Gusenbauer ohnedies zu Ende.

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