- 28.06.2006, 13:26:48
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Leitl peilt bis 2015 Vollbeschäftigung in Österreich an
market-Umfrage zeichnet positive Unternehmerstimmung zu Konjunkturverlauf und Beschäftigtenzuwachs - WKÖ erfreut sich zum 60. Geburtstag über breite Zufriedenheit
Wien (PWK428) - Zum 60. Geburtstag der Wirtschaftskammer
Österreich freute sich WKÖ-Präsident Christoph Leitl heute, Mittwoch,
über die gute Entwicklung Österreichs seit 1946 "aus den Trümmern des
2. Weltkriegs zu einem der wohlhabendsten Staaten der Welt." Die
Wirtschaftskammer habe an diesem erfreulichen Status quo wesentlich
mitgewirkt und sei ebenfalls zu einem vitalen, kräftigen und
lebensfrohen Interessenvertreter und Sozialpartner geworden. "Wir
sind heute der größte Dienstleister der österreichischen Unternehmen,
der größte Anbieter lebenslangen Lernens, einziger Anbieter für die
Unterstützung in der Außenwirtschaft und erfolgreiche
Gründungsstation für rund 30.000 neue Unternehmen jährlich", fasst
Leitl zusammen. Die Wirtschaftskammer fördere die Talente in
Österreich und setze sie in Wirtschaftsleistung um. Dies solle weiter
forciert werden, damit unser Heimatland auch in 10 Jahren besser als
je zuvor dazusteht.
Als Hauptziel der WKÖ für 2015 visiert Leitl Vollbeschäftigung in
Österreich an. Konkret will er eine Arbeitslosenquote von 3 Prozent
(Berechnung EUROSTAT) erreichen und die Zahl der unselbständig
Beschäftigten auf 3,6 Millionen anheben (+10 %). Parallel dazu sollen
die Exportquote bei Warenlieferungen von derzeit 39,3 Prozent auf 50
Prozent erhöht und die Steuer- und Abgabenquote von 40,6 auf 38
Prozent gesenkt werden. Bei den Forschungsausgaben in Prozent des BIP
werden für 2015 3,3 Prozent angepeilt. Die Anzahl der aktiven
Kammermitglieder möchte Leitl von rund 370.000 heuer auf 450.000 (+22
%) in 10 Jahren wachsen sehen. "Dies sind ambitionierte Ziele für
unser Land, die durch eine vernetzte Gesamtheitsstrategie aber
durchaus erreicht werden können", zeigte sich der WKÖ-Präsident
zuversichtlich und beauftragte bereits das
Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) mit einer Sozialpartnerstudie,
um die dafür geeignetsten Maßnahmen zu konkretisieren und abzuwägen.
Am Vortag des Wirtschaftsparlaments der Wirtschaftskammer
Österreich berichtete Leitl, dass noch heute im Erweiterten Präsidium
der WKÖ ein weiterer wichtiger Schritt in Sachen Kammerreform
beschlossen werde. "Dabei geht es um die Kriterien für den
Branchenkatalog, um die Reform der Fachorganisationen im Detail
angehen zu können. Wir treten damit in einen gemeinsamen
Diskussionsprozess ein, bei dem keine Entscheidungen von oben herab
verordnet, sondern gemeinsam mit allen Branchen erarbeitet werden",
versicherte Leitl. Ziel sei, die Fachorganisationen von derzeit 128
um ein Drittel auf rund 80 zu reduzieren und den Verwaltungsaufwand
insbesondere für kleinere Branchen zu verringern.
Stets um die Meinung und Stimmungslage ihrer Mitglieder bemüht,
hat die Wirtschaftskammer auch wieder eine market-Umfrage unter
Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmern durchführen lassen. Als
Fazit präsentierte David Pfarrhofer die Stimmung der Unternehmen zur
aktuellen Wirtschaftslage: "Die Unternehmer sind deutlich zufriedener
als bei der Messung im Jahr 2003 - mit 58 Prozent beurteilen klar
mehr als die Hälfte der UnternehmerInnen die Wirtschaftslage als
positiv, vor drei Jahren taten dies nur 45 Prozent." Auch für die
nächsten Monate sei man deutlich optimistischer als 2003, die
Mehrheit geht von einem stabilen Konjunkturverlauf aus. Dieser
optimistische Blick in die Zukunft führe auch dazu, dass die
österreichischen Wirtschaftsbetriebe für das nächste halbe Jahr
konkrete Pläne zur Einstellung neuer Mitarbeiter haben: Ein Fünftel
der österreichischen Unternehmen denkt an Neueinstellungen in den
nächsten 6 Monaten, ergibt die Studie.
Auch die Zufriedenheit der Betriebe mit der Wirtschaftskammer
wurde abgefragt. Laut Pfarrhofer zeigt sich, dass nach wie vor drei
Viertel der Befragten mit der Wirtschaftskammer zufrieden sind. "Zum
60. Geburtstag kann man sagen, dass die Unternehmer der
Wirtschaftskammer eine gutes Zeugnis ausstellen und sie auch in
gewisser Weise als ‚Christkind’ sehen und dementsprechend ihre
Wünsche an sie richten", formuliert Pfarrhofer die positive
Einstellung zur Wirtschaftskammer humorvoll. An erster Stelle
erwarten sich die Unternehmerinnen und Unternehmer eine Vereinfachung
der Bürokratie, aber auch die Senkung der Einkommenssteuer und eine
Verbesserung der sozialen Absicherung von Unternehmern werden als
wichtigste Wünsche gefordert.
"Und die Sozialpartnerschaft ist aus der Sicht der
Unternehmerinnen und Unternehmer weiterhin ein wichtiger Bestandteil
des österreichischen Wirtschaftsstandorts", verkündet Pfarrhofer das
letzte abgefragte Kapitel seiner Umfrage. Für knapp 80 Prozent wird
die Sozialpartnerschaft als "wichtig" beurteilt. "Klarerweise lässt
sich rund um die aktuellen Diskussionen in der Causa BAWAG/ÖGB
allerdings eine etwas sinkende emotionale Bindung feststellen.
Dennoch ist kaum ein Anstieg der Ablehnung zu spüren. Die
Sozialpartnerschaft soll aus der Sicht der Unternehmer die aktuelle
Diskussion möglichst unbeschadet überstehen und weiter ein fixer
Bestandteil des österreichischen Wegs bleiben, fasst der
Meinungsforscher die Ergebnisse zusammen. Erwartungsgemäß zeigt sich
aber eine veränderte Rollenverteilung - im Vergleich mit dem ÖGB wird
der Wirtschaftskammer derzeit der klar aktivere Part zugeschrieben.
(Ne)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Stabsabteilung Presse Mag. Rupert Haberson Tel.: (++43) 0590 900-4362 Fax: (++43) 0590 900-263 mailto:presse@wko.at http://wko.at/Presse
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