Leitl peilt bis 2015 Vollbeschäftigung in Österreich an

market-Umfrage zeichnet positive Unternehmerstimmung zu Konjunkturverlauf und Beschäftigtenzuwachs - WKÖ erfreut sich zum 60. Geburtstag über breite Zufriedenheit

Wien (PWK428) - Zum 60. Geburtstag der Wirtschaftskammer
Österreich freute sich WKÖ-Präsident Christoph Leitl heute, Mittwoch, über die gute Entwicklung Österreichs seit 1946 "aus den Trümmern des 2. Weltkriegs zu einem der wohlhabendsten Staaten der Welt." Die Wirtschaftskammer habe an diesem erfreulichen Status quo wesentlich mitgewirkt und sei ebenfalls zu einem vitalen, kräftigen und lebensfrohen Interessenvertreter und Sozialpartner geworden. "Wir sind heute der größte Dienstleister der österreichischen Unternehmen, der größte Anbieter lebenslangen Lernens, einziger Anbieter für die Unterstützung in der Außenwirtschaft und erfolgreiche Gründungsstation für rund 30.000 neue Unternehmen jährlich", fasst Leitl zusammen. Die Wirtschaftskammer fördere die Talente in Österreich und setze sie in Wirtschaftsleistung um. Dies solle weiter forciert werden, damit unser Heimatland auch in 10 Jahren besser als je zuvor dazusteht.

Als Hauptziel der WKÖ für 2015 visiert Leitl Vollbeschäftigung in Österreich an. Konkret will er eine Arbeitslosenquote von 3 Prozent (Berechnung EUROSTAT) erreichen und die Zahl der unselbständig Beschäftigten auf 3,6 Millionen anheben (+10 %). Parallel dazu sollen die Exportquote bei Warenlieferungen von derzeit 39,3 Prozent auf 50 Prozent erhöht und die Steuer- und Abgabenquote von 40,6 auf 38 Prozent gesenkt werden. Bei den Forschungsausgaben in Prozent des BIP werden für 2015 3,3 Prozent angepeilt. Die Anzahl der aktiven Kammermitglieder möchte Leitl von rund 370.000 heuer auf 450.000 (+22 %) in 10 Jahren wachsen sehen. "Dies sind ambitionierte Ziele für unser Land, die durch eine vernetzte Gesamtheitsstrategie aber durchaus erreicht werden können", zeigte sich der WKÖ-Präsident zuversichtlich und beauftragte bereits das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) mit einer Sozialpartnerstudie, um die dafür geeignetsten Maßnahmen zu konkretisieren und abzuwägen.

Am Vortag des Wirtschaftsparlaments der Wirtschaftskammer Österreich berichtete Leitl, dass noch heute im Erweiterten Präsidium der WKÖ ein weiterer wichtiger Schritt in Sachen Kammerreform beschlossen werde. "Dabei geht es um die Kriterien für den Branchenkatalog, um die Reform der Fachorganisationen im Detail angehen zu können. Wir treten damit in einen gemeinsamen Diskussionsprozess ein, bei dem keine Entscheidungen von oben herab verordnet, sondern gemeinsam mit allen Branchen erarbeitet werden", versicherte Leitl. Ziel sei, die Fachorganisationen von derzeit 128 um ein Drittel auf rund 80 zu reduzieren und den Verwaltungsaufwand insbesondere für kleinere Branchen zu verringern.

Stets um die Meinung und Stimmungslage ihrer Mitglieder bemüht, hat die Wirtschaftskammer auch wieder eine market-Umfrage unter Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmern durchführen lassen. Als Fazit präsentierte David Pfarrhofer die Stimmung der Unternehmen zur aktuellen Wirtschaftslage: "Die Unternehmer sind deutlich zufriedener als bei der Messung im Jahr 2003 - mit 58 Prozent beurteilen klar mehr als die Hälfte der UnternehmerInnen die Wirtschaftslage als positiv, vor drei Jahren taten dies nur 45 Prozent." Auch für die nächsten Monate sei man deutlich optimistischer als 2003, die Mehrheit geht von einem stabilen Konjunkturverlauf aus. Dieser optimistische Blick in die Zukunft führe auch dazu, dass die österreichischen Wirtschaftsbetriebe für das nächste halbe Jahr konkrete Pläne zur Einstellung neuer Mitarbeiter haben: Ein Fünftel der österreichischen Unternehmen denkt an Neueinstellungen in den nächsten 6 Monaten, ergibt die Studie.

Auch die Zufriedenheit der Betriebe mit der Wirtschaftskammer wurde abgefragt. Laut Pfarrhofer zeigt sich, dass nach wie vor drei Viertel der Befragten mit der Wirtschaftskammer zufrieden sind. "Zum 60. Geburtstag kann man sagen, dass die Unternehmer der Wirtschaftskammer eine gutes Zeugnis ausstellen und sie auch in gewisser Weise als ‚Christkind’ sehen und dementsprechend ihre Wünsche an sie richten", formuliert Pfarrhofer die positive Einstellung zur Wirtschaftskammer humorvoll. An erster Stelle erwarten sich die Unternehmerinnen und Unternehmer eine Vereinfachung der Bürokratie, aber auch die Senkung der Einkommenssteuer und eine Verbesserung der sozialen Absicherung von Unternehmern werden als wichtigste Wünsche gefordert.

"Und die Sozialpartnerschaft ist aus der Sicht der Unternehmerinnen und Unternehmer weiterhin ein wichtiger Bestandteil des österreichischen Wirtschaftsstandorts", verkündet Pfarrhofer das letzte abgefragte Kapitel seiner Umfrage. Für knapp 80 Prozent wird die Sozialpartnerschaft als "wichtig" beurteilt. "Klarerweise lässt sich rund um die aktuellen Diskussionen in der Causa BAWAG/ÖGB allerdings eine etwas sinkende emotionale Bindung feststellen. Dennoch ist kaum ein Anstieg der Ablehnung zu spüren. Die Sozialpartnerschaft soll aus der Sicht der Unternehmer die aktuelle Diskussion möglichst unbeschadet überstehen und weiter ein fixer Bestandteil des österreichischen Wegs bleiben, fasst der Meinungsforscher die Ergebnisse zusammen. Erwartungsgemäß zeigt sich aber eine veränderte Rollenverteilung - im Vergleich mit dem ÖGB wird der Wirtschaftskammer derzeit der klar aktivere Part zugeschrieben. (Ne)

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