SPÖ fordert gender-gerechte Sportpolitik

Prammer: "Sportseiten gehören nicht mehr nur den Männern"

Wien (SK) - =

Frauen sind in den österreichischen
Sportorganisationen noch immer eklatant unterrepräsentiert. Je höher die Gremien, desto höher die weibliche Unterrepräsentanz. Dieses Bild bestätigte die am Mittwoch im Rahmen der Pressekonferenz "Frauen machen Sportpolitik" von SPÖ-Bundesfrauenvorsitzender Barbara Prammer und Beate Schasching, Vorsitzende des parlamentarischen Sportausschusses, präsentierte Studie über Frauen in der österreichischen Sportstruktur. Prammer und Schasching forderten eine gender-gerechte Sportpolitik mit Gender Budgeting, fairen Preisgeldvergaben für Frauen und Männer, Frauenquoten in Bundes- und Landesorganisationen, sowie spezielle Förderprogramme für Sporlerinnen, Trainerinnen und Sportfunktionärinnen.****

Weitere SPÖ-Forderungen für eine gendersensible Sportpolitik sind die Förderung gendergerechter Medienpräsenz durch Förderprogramme für SportjournalistInnen, Gender Trainings für TrainerInnen und Förderungen von speziellen Frauen- und Genderprojekten. Als Beispiel dafür nannte Schasching das derzeit laufende Projekt "Call 4 Girls" (0650 - 4495950), ein europaweites Novum, um Diskussion und Hilfe bei Diskriminierung und sexueller Gewalt in Sportverbänden voranzutreiben. Im Bereich der Umsetzung der Chancengleichheit sind im ASKO bereits Fortschritte zu erkennen, so Schasching. Der Anteil an von Frauen geführten Vereinen konnte auf 15 Prozent erhöht werden.

Gerade im Rahmen der Fußball-WM gelte es, "den Blick auf die Frauenfrage im Sport nicht zu verlieren", betonte Prammer.
"Die Sportseiten gehören nicht mehr nur den Männern", so die Frauenvorsitzende. Deshalb seien auch Debatten wie die der "Zwangsprostitution" im Vorfeld des WM unverzichtbar. Es gelte, diese Sensibilisierungsarbeit voran zu treiben, auch in Hinblick auf die "Euro 2008", erklärte Schasching.

"Männliche Spitzensportler haben es wesentlich leichter, im Focus des medialen Blickes zu stehen.", so Prammer. Die Frauenvorsitzende warnte davor, Sport nur aus dem Spitzensport heraus zu betrachten. Immerhin sei Sport die "liebste Freizeitbeschäftigung" der ÖsterreicherInnen. Die Arbeit in den Sportorganisationen sei jedoch stark in typische Frauen- und Männerarbeit geteilt, beklagte Prammer. Ein genauer Blick auf die Geschlechterverteilung in der österreichischen Sportstruktur ergibt 93.969 MitgliederInnen in Sportvereinen, davon 41 Prozent Frauen und 59 Prozent Männer.
Doch nur vier der österreichweiten Fachverbände und nur zwei Landesfachverbände werden von einer Präsidentin geführt. Nur eine der Bundesdachorganisationen hat eine Frau an der Spitze.
Der höchste weibliche Anteil ist mit 37 Prozent im Bereich der ehrenamtlichen Mitarbeit zu finden. Unter den Vorstandsmitgliedern befinden sich hingegen nur mehr 29 Prozent Frauen, so die Ergebnisse der Studie "Seeking Gender Fairplay in Austrian Sportstructures" des ASKÖ-Bundesfrauenreferats. (Schluss) da

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0013