- 28.06.2006, 10:59:04
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Greenpeace: Keine Atomstrom-Geschäfte mit der Ukraine
Raiffeisen plant Investitionen in ukrainische Strom-Infrastruktur
Wien (OTS) - Greenpeace verlangt Auskunft von der Raiffeisen-Bank,
ob angebliche Pläne für Atomstrom-Geschäfte mit der Ukraine der
Wahrheit entsprechen. Es existieren nämlich deutliche Hinweise, dass
die Raiffeisenbank - gemeinsam mit einem deutschen Energiekonzern -
die Errichtung einer Netzverbindung zwischen der Ukraine und
Westeuropa plant, um anschließend selbst in das Geschäft mit
ukrainischem Atomstrom einzusteigen.
Durch die Errichtung von Khelmnitzky 2 und Rowno 4 - zwei neue
Atomkraftwerke, die von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und
Entwicklung finanziert wurden - verfügt die Ukraine inzwischen über
mehr Strom, als für den eigenen Markt benötigt wird. Bisher wurde der
Überschuss nach Russland exportiert, doch seit dem Gaskonflikt im
vergangenen Winter will Russland diesen Strom nicht mehr abnehmen,
weshalb nun mehrere Kraftwerksblöcke still liegen. Nachdem die
ukrainische Atomenergiegesellschaft Energoatom die dadurch
entstehenden Verluste aber nicht mehr länger hinnehmen wollte, hat
sie sich auf die Suche nach neuen Abnehmern begeben.
Und so soll mittlerweile ein Konsortium, bestehend aus einem
deutschen Energieunternehmen und der Raiffeisen-Bank, Interesse
gezeigt haben. Konkret geht es darum, dass an vier unterschiedlichen
Stellen eine Verbindung zwischen dem ukrainischen Stromnetz und den
westlichen Nachbarstaaten geschaffen wird. Weiters soll ein
langjähriger Vertrag über den Weiterverkauf des Stroms abgeschlossen
werden. Und die Hausbank von Energoatom, die ukrainische Aval,
befindet sich sich im Eigentum von Raiffeisen.
Nun will Greenpeace wissen, ob es stimmt, dass Raiffeisen in die
ukrainische Strom-Infrastruktur investieren wird, um den Stromexport
zu ermöglichen, und ob Raiffeisen plant, in Folge selbst in das
Exportgeschäft mit ukrainischer Atomenergie einzusteigen. "Wenn die
Raiffeisen-Pläne den Tatsachen entsprechen, wovon wir ausgehen,
fordern wir, dass Raiffeisen diese Verhandlungen umgehend beendet",
erklärt Greenpeace-Sprecher Erwin Mayer.
Und Olexi Pasyuk, Sprecher des ukrainischen Bankwatch-Netzwerkes,
fügt hinzu: "Energoatom plant den Fortbetrieb von vierzehn
Sowjet-Reaktoren und den Neubau von zwanzig weiteren Reaktoren, ohne
einen Lösungsvorschlag für den daraus resultierenden Atommüll zu
haben. Deshalb sollten die österreichische Investoren zur Kenntnis
nehmen, dass Billigstrom aus der Ukraine auf Kosten der Sicherheit
unserer Bevölkerung geht."
Rückfragehinweis:
Attila Cerman, Greenpeace CEE, Tel: 0664-3435354
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace CEE, Tel: 0664-2700441
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