Greenpeace: Keine Atomstrom-Geschäfte mit der Ukraine

Raiffeisen plant Investitionen in ukrainische Strom-Infrastruktur

Wien (OTS) - Greenpeace verlangt Auskunft von der Raiffeisen-Bank, ob angebliche Pläne für Atomstrom-Geschäfte mit der Ukraine der Wahrheit entsprechen. Es existieren nämlich deutliche Hinweise, dass die Raiffeisenbank - gemeinsam mit einem deutschen Energiekonzern -die Errichtung einer Netzverbindung zwischen der Ukraine und Westeuropa plant, um anschließend selbst in das Geschäft mit ukrainischem Atomstrom einzusteigen.

Durch die Errichtung von Khelmnitzky 2 und Rowno 4 - zwei neue Atomkraftwerke, die von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung finanziert wurden - verfügt die Ukraine inzwischen über mehr Strom, als für den eigenen Markt benötigt wird. Bisher wurde der Überschuss nach Russland exportiert, doch seit dem Gaskonflikt im vergangenen Winter will Russland diesen Strom nicht mehr abnehmen, weshalb nun mehrere Kraftwerksblöcke still liegen. Nachdem die ukrainische Atomenergiegesellschaft Energoatom die dadurch entstehenden Verluste aber nicht mehr länger hinnehmen wollte, hat sie sich auf die Suche nach neuen Abnehmern begeben.

Und so soll mittlerweile ein Konsortium, bestehend aus einem deutschen Energieunternehmen und der Raiffeisen-Bank, Interesse gezeigt haben. Konkret geht es darum, dass an vier unterschiedlichen Stellen eine Verbindung zwischen dem ukrainischen Stromnetz und den westlichen Nachbarstaaten geschaffen wird. Weiters soll ein langjähriger Vertrag über den Weiterverkauf des Stroms abgeschlossen werden. Und die Hausbank von Energoatom, die ukrainische Aval, befindet sich sich im Eigentum von Raiffeisen.

Nun will Greenpeace wissen, ob es stimmt, dass Raiffeisen in die ukrainische Strom-Infrastruktur investieren wird, um den Stromexport zu ermöglichen, und ob Raiffeisen plant, in Folge selbst in das Exportgeschäft mit ukrainischer Atomenergie einzusteigen. "Wenn die Raiffeisen-Pläne den Tatsachen entsprechen, wovon wir ausgehen, fordern wir, dass Raiffeisen diese Verhandlungen umgehend beendet", erklärt Greenpeace-Sprecher Erwin Mayer.

Und Olexi Pasyuk, Sprecher des ukrainischen Bankwatch-Netzwerkes, fügt hinzu: "Energoatom plant den Fortbetrieb von vierzehn Sowjet-Reaktoren und den Neubau von zwanzig weiteren Reaktoren, ohne einen Lösungsvorschlag für den daraus resultierenden Atommüll zu haben. Deshalb sollten die österreichische Investoren zur Kenntnis nehmen, dass Billigstrom aus der Ukraine auf Kosten der Sicherheit unserer Bevölkerung geht."

Rückfragen & Kontakt:

Attila Cerman, Greenpeace CEE, Tel: 0664-3435354
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace CEE, Tel: 0664-2700441

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001