- 28.06.2006, 10:37:03
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Wiener KAV-Spitälern droht neue Bürokratiewelle
Ärztekammer verabschiedet Resolution gegen geplante chefärztliche Bewilligungen und Krankschreibungen im Spital - Dorner: "Das geht zulasten der Behandlungsqualität"
Wien (OTS) - Die Ärztekammer für Wien lehnt die Einholung
chefärztlicher Bewilligungen, das Ausstellen von Krankschreibungen
sowie das Rezeptieren von Medikamenten-Großpackungen in den Spitälern
entschieden ab. Eine entsprechende Resolution hat gestern, Dienstag,
Abend, die Vollversammlung als höchstes Gremium der Ärztekammer
verabschiedet. Die Umsetzung dieser von der Sozialversicherung und
dem Wiener Krankenanstaltenverbund vereinbarten Maßnahmen würde eine
weitere unzumutbare Welle an Administration für die Spitalsärzte in
den Wiener KAV-Spitälern zulasten der Behandlungsqualität bedeuten,
hieß es in der Resolution. ****
"Sollten Sozialversicherung und KAV auf ihren Plänen beharren, ist
eine ärztliche Personalaufstockung in den entsprechenden Häusern
unumgänglich", betonte Ärztekammerpräsident Walter Dorner. Nur so
könne der zu erwartende administrative Mehraufwand neben der
Patientenbetreuung und den schon bisher zu erledigenden
bürokratischen Arbeiten bewerkstelligt werden. Ansonsten drohe ein
"massiver Rückschritt" bei der professionellen und patientengerechten
ärztlichen Betreuung in den Spitälern.
Zudem käme es durch die geplante Abgabe von
Medikamenten-Großpackungen zu einer gefährlichen Disharmonie im
Schnittstellenbereich von Spital und niedergelassenem Arzt. Dorner:
"Derzeit erhalten Patienten in den Spitälern jene (geringe, Anm.)
Menge an Medikamenten, die benötigt wird, um die Zeit bis zum ersten
Ordinationsbesuch zu überbrücken. Mit der Abgabe von Großpackungen
ergibt sich für den Patienten nun kein zwingender Grund mehr, rasch
seinen nachbehandelnden Haus- oder Facharzt aufzusuchen." Die Folge
wäre eine deutliche Qualitätsverschlechterung in der medizinischen
Betreuung, da viele vor allem ältere Patienten keine adäquate
Versorgung nach dem Spitalsaufenthalt mehr hätten.
Bürokratie statt Medizin
Seit langem weisen Österreichs Ärztinnen und Ärzte auf die
überbordende Bürokratie im österreichischen Gesundheitssystem hin.
Erst am letzten Freitag hat sich der Protest lautstark bei einem
Delegiertentag der Österreichischen Ärztekammer manifestiert.
Die nun von KAV und Sozialversicherung beabsichtigten "Wiener
Bürokratiespiele auf Kosten der Patientenbetreuung" wären ein
weiterer Schritt in Richtung der offensichtlich gewollten Maxime
"Bürokratie statt Medizin", die man so nicht hinnehmen werde, hieß es
einhellig in der Vollversammlung. (hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Dr. Hans-Peter Petutschnig Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222 Fax: (++43-1) 51501/1289 mailto:hpp@aekwien.at http://www.aekwien.at
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