GSV zur europäischen Verkehrspolitik: Güterbahnen müssen "aktiver attraktiver" werden

Wien (OTS) - Die Staatsbahnen und ihre Eigentümer müssten sich von der Mentalität "der Papa wird’s schon richten" verabschieden. Erwartungen, Brüssel brauche nur den Straßengütertransport genügend unattraktiv zu machen, dann werde die verladende Wirtschaft in Scharen zur Schiene strömen, hätten sich nicht erfüllt, erklärt die Österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (GSV). "Effektive Intermodalität setzt voraus, dass alle Segmente von Transportketten gleichermaßen leistungsfähig sind", so GSV-Vizepräsident Helmut Oismüller. Dies sei kein Abgehen vom Prinzip, die einzelnen Verkehrsträger entsprechend ihrer Stärken zu nutzen: "Für Transporte über große Distanzen ist die Schiene bzw. -so weit möglich - das Binnenschiff zu bevorzugen."

Die bisherige EU-Verkehrspolitik sei für die Güterbahnen "Hilfe zur Selbsthilfe" (Oismüller) gewesen. Man habe günstige Voraussetzungen geschaffen, um an die Straße verlorene Marktanteile zurück gewinnen zu können. Diese Absicht sei jedoch, wie die weiter sinkende Quote der Schiene beim Frachtverkehr dokumentiere, "klar verfehlt" worden.

Wenn die EU nun beabsichtige, die Leitlinien ihrer Verkehrspolitik nach zu justieren, sei dies auch als Auftrag an die Bahnen zu verstehen, "aktiver attraktiver" zu werden, formuliert der GSV-Vizepräsident.

Die Politik müsse jedoch die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Hierzu zählten vor allem der zügige Ausbau von Terminals, die deutliche Verringerung der Transportzeiten durch Wegfall lähmender Übergabeprozeduren von Zügen in Grenzbahnhöfen und der Vorrang betriebswirtschaftlicher Erwägungen bei der Planung des Infrastrukturausbaues. Die Finanzierung volkswirtschaftlich motivierter Projekte dürfe nicht den Bahnen aufgebürdet werden. "Transeuropäische Schienennetze werden nur dann ihre Wirkung voll entfalten, wenn deren Betrieb bei Kriterien wie Sicherheit, Pünktlichkeit und Schnelligkeit zu konkurrenzfähigen Preisen dem Transitverkehr mit Lkw überlegen ist", unterstreicht Oismüller.

Über die GSV:

Die GSV setzt sich für eine langfristig optimierte Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs durch den Ausbau der Infrastruktur, die Nutzung der Telematik-Potenziale und die Förderung sinnvoller Intermodalität ein.

GSV im Internet: www.gsv.co.at

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