- 23.06.2006, 10:03:07
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Delegiertentag: Wiener Ärztekammerpräsident fordert Neuorientierung der Ärzteschaft
Ärzte sollen sich mehr unternehmerisch ausrichten
Wien (OTS) - "Ganze Wirtschaftsbereiche warten nur darauf, von uns
ausgeübt zu werden." Damit forderte der Wiener Ärztekammerpräsident
Walter Dorner anlässlich des Delegiertentages in Graz in seiner
Funktion als Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer seine
Kolleginnen und Kollegen dazu auf, mehr unternehmerisches Denken zu
entwickeln. "Die Honorare der Ärztinnen und Ärzte stehen in keinerlei
Relation zu ihrer Verantwortung, ihrem Einsatz und der
Ausbildungsdauer", begründete Dorner sein Anliegen. Alle Ärzte
sollten daher vermehrt den freien Beruf ausüben und beispielsweise
Nebenbeschäftigungen nachkommen sowie Aufgaben der Apotheken
übernehmen dürfen. ****
Allein die öffentliche Finanzierung, sei es durch Kassen oder
Spitäler, werde der Ärzteschaft nicht zu einem sozialadäquaten
Einkommen verhelfen. "Daher lautet die Devise: Wenn man unsere Kosten
nicht abdeckt, dann können wir nicht mehr allein auf die öffentliche
Finanzierung unserer Leistungen vertrauen", so Dorner. Man könne den
Ärzten nicht genug bezahlen, wolle ihnen aber gleichzeitig auch
verbieten, woanders Geld zu verdienen.
Der Wiener Ärztechef zeigt auch vor, wie es "im Sinne des freien
Berufs gemacht gehört": So habe die Wiener Ärztekammer vor kurzem mit
der Medizinischen Universität Wien eine entsprechende Vereinbarung
über Nebenbeschäftigungen von Klinikärzten in Privatordinationen und
Privatkrankenanstalten ausgehandelt und einvernehmlich abgeschlossen,
so der Ärztekammerpräsident. Damit wurde gewährleistet, dass sich die
Patienten den Ärzten privat sowohl in den Ordinationen als auch in
den Privatkrankenanstalten anvertrauen können.
Für die niedergelassenen Ärzte fordert Dorner unter anderem die
Möglichkeit, Apothekenaufgaben zu übernehmen, auch im urbanen
Bereich: "Warum sollen Ärzte in Wien keine Impfstoffe verkaufen
dürfen oder warum müssen Patienten ihr Aspirin unbedingt in der
Apotheke erstehen?" Erklärungen dazu gebe es nicht, so Dorner, und
appellierte an seine Ärzteschaft, "sich auf die Freiheit des
Arztberufs rückzubesinnen, einen Schalter im Kopf umzulegen und sich
als Unternehmer und Gewerbetreibende zu fühlen". (kp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Mag. Kristin Posch Tel.: (++43-1) 51501/1223 Fax: (++43-1) 51501/1289 mailto:posch@aekwien.at http://www.aekwien.at
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