Bodenseefischerei zieht Bilanz 2005

Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) tagte in Bregenz

Bregenz (VLK) - Die diesjährige Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) fand gestern, Mittwoch unter dem Vorsitz Österreichs in Bregenz statt. Im Vordergrund der Tagung standen die rückläufige Fangentwicklung bei den wichtigsten Fischarten der Berufs- und Angelfischerei in der zurückliegenden Fangsaison 2005, weitere Flexibilisierungsmaßnahmen bei der Felchenfischerei und die Kormoranproblematik. Baden-Württemberg übernimmt mit 1. Juli 2006 turnusmäßig den Vorsitz in der IBKF für die nächsten drei Jahre.

Die Fangergebnisse der Berufsfischer gingen im Jahr 2005 unter anderem wegen der ungünstigen Temperaturverhältnisse gegenüber dem Vorjahr stark zurück (minus 24 Prozent) und lagen auch weit unter dem Zehnjahresmittel (minus 21 Prozent). Der Gesamtfang betrug 797 Tonnen (17 kg/Hektar). Der Anteil der Felchen betrug 637 Tonnen (80 Prozent des Gesamtfanges). Es folgten Barsche mit 68 Tonnen (8,5 Prozent), Karpfen und übrige Weißfische mit 43 Tonnen (4,3 Prozent) und Zander mit 15 Tonnen (1,9 Prozent). Alle anderen Fischarten blieben unter zehn Tonnen. Das Ergebnis wurde von 160 Berufsfischern am Bodensee-Obersee erzielt.

Die Fangerträge der Angelfischer erreichten mit 57 Tonnen erneut ein weit unterdurchschnittliches Ergebnis, das neun Prozent unter dem Vorjahresergebnis und 27 Prozent unter den Zehnjahresmittel lag. Insgesamt waren rund 9.250 Angler mit Jahreskarten und 4.390 Angler mit Monats- und Tageskarten am Fang beteiligt.

Felchenfischerei

Aufgrund der stark rückläufigen Fangerträge in der Felchenfischerei beschlossen die Bevollmächtigten weitere flexible Regelungen zugunsten der Berufsfischer. Damit soll eine Intensivierung der Befischung der an sich guten Felchenbestände im Frühjahr und Frühsommer erreicht werden.

Kormoranproblematik

Beim Erfahrungsaustausch über die Kormoransituation in den einzelnen Ländern wurde über die Bestandszunahme, mögliche und umgesetzte Maßnahmen zum Schutz der Fische, Erfolgskontrollen sowie allgemeine Tendenzen im Spannungsfeld Fischerei - Vogelschutz berichtet. Da ein EU-weiter Managementplan für die Kormorane weiterhin nicht in Sicht ist, sollen zum Schutz der Fischbestände regional alle Möglichkeiten der Ausnahmeregelungen gemäß Vogelschutzrichtlinie zur Regulierung des Kormoranbestandes am Bodensee ausgeschöpft werden.

Factbox: IBKF

Die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) geht zurück auf den Fischereistaatsvertrag aus dem Jahr 1893 (Bregenzer Übereinkunft). Vertragsstaaten sind Baden-Württemberg, Bayern, Österreich, Schweiz und Liechtenstein (wegen der in die Zuflüsse aufsteigenden Wanderfische wie beispielsweise die Seeforelle). Der Vorsitz der IBKF wechselt turnusmäßig alle drei Jahre. Die Beschlüsse der IBKF müssen jeweils in innerstaatliches Recht umgesetzt werden.

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