LH Haider live auf "Al Jazeera" interviewt

Arabischer Nachrichtensender befragte den Landeshauptmann zu USA, Europa, Libyen und Immigration

Klagenfurt (LPD) - Live am arabischen Nachrichtensender "Al
Jazeera" interviewt wurde heute, Mittwoch, Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider. Themen waren die Beziehung zwischen den USA und der EU, Nahostfragen, Haiders Kontakte nach Libyen sowie Einwanderungspolitik. Der Landeshauptmann beantwortete die Fragen von Moderator Hassan Djamoul über Satellitenschaltung aus dem ORF-Landesstudio Klagenfurt. Das Interview wurde in Englisch geführt.

Haider meinte, dass sich die Beziehungen zwischen den USA und Europa laufend ändern würden. So sei die Mehrheit der Europäer und der europäischen Regierungen auch gegen den von den USA begonnenen Irakkrieg gewesen. Damals seien die Beziehungen "kühl" gewesen, nun würden sie beide Seiten verbessern wollen. Haider hakte jedoch ein, dass die EU Amerikanische Kriegsgefangenenlager wie Guantanamo nicht akzeptieren könne. Diese würden nämlich nicht internationalen Gesetzen entsprechen.

Als größtes Problem innerhalb der EU bezeichnete Haider die steigende Arbeitslosigkeit. Viele Unternehmen würden beispielsweise nach Asien abwandern, wo sie wegen der niedrigeren Sozial- und Umweltstandards billiger produzieren könnten. Dem sollte zoll- und steuertechnisch begegnet werden.

Zum Thema Immigration meinte Haider, dass es hier keine "offene Tür-Politik" geben dürfe. In Österreich und Europa brauche es eine kontrollierte Immigrationspolitik mit den entsprechenden Gesetzen. Auch die Integration der Einwanderer in Kultur und Politikverständnis Europas sei wichtig.

Zum Islam befragt, sagte der Landeshauptmann, dass Islam und Christentum den selben Ursprung hätten. Der Islam werde jedoch oft als Werkzeug der Politik missbraucht.

Haider wurde auch zu seinen Kontakten nach Libyen angesprochen. Er antwortete, dass die Beziehungen zwischen Österreich und Libyen eine lange Tradition hätten, die schon unter Bundeskanzler Bruno Kreisky begonnen habe. Der Landeshauptmann erklärte, dass er den libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi über dessen Sohn kennen gelernt habe und schon öfter in Libyen zu Gast gewesen sei. Für Europa gelte es, die Beziehungen zu diesem Land zu verstärken und auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen. Libyen habe nämlich einen interessanten politischen Prozess gestartet, um das Land zu öffnen.

Al Jazeera ist der meist gesehene Nachrichtensender im Nahen Osten. Das Interview mit Landeshauptmann Haider erfolgte in der Sendung "Gast des Tages".

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