OeNB - Erfolgreiche Ertragslage der österreichischen Banken im 1. Quartal 2006

Wien (OTS) - =

Die in Österreich tätigen Kreditinstitute konnten das unkonsolidierte Betriebsergebnis im 1. Quartal 2006 gegenüber der Vergleichsperiode 2005 um 11,3% klar steigern. (Der vorliegende Bericht basiert auf Daten der Quartalsberichtsmeldung gem. § 74 Abs. 2 BWG sowie der QUAB-Verordnung zum Berichtstermin 1. Quartal 2006. In dieser Meldung werden die Ertragsdaten auf unkonsolidierter Basis erfasst.) Das Provisionsgeschäft trug mit +16,2% wesentlich dazu bei, wobei dies überwiegend auf die Erhöhung der Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft zurückzuführen war. Der Anteil des Nettozinsertrages an den gesamten Betriebserträgen betrug 43,5%. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich um 0,7 Prozentpunkte auf 63,0%. Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich für das gesamte Geschäftsjahr 2006 wird gegenüber dem Schätzwert im 1. Quartal 2005 geringer erwartet.

Für die ersten 3 Monate des Jahres 2006 meldeten die Kreditinstitute gegenüber der Vergleichsperiode 2005 eine Steigerung der Betriebserträge um 9,2% auf 4,04 Mrd EUR. Die Betriebsaufwendungen erhöhten sich mit 8,1% auf 2,55 Mrd EUR etwas geringer. Daraus resultierend verbesserte sich die Cost-Income-Ratio um 0,7%-Punkte und belief sich zum Berichtszeitpunkt auf 63,0%.

Nach einem Rückgang im Vergleichsquartal des Vorjahres konnte im 1. Quartal 2006 ein Anstieg des Nettozinsertrages um 1,4% auf 1,76 Mrd EUR verzeichnet werden. Der Total Spread reduzierte sich weiter und belief sich auf 1,02%.( Im Rahmen der Total Spread Berechnung werden sämtliche verzinste Aktiva mit den verzinsten Passiva verglichen. Es ist darauf hinzuweisen, dass bei dieser Methode die unterschiedlichen Laufzeitstrukturen auf der Aktiv- und Passivseite keine Berücksichtigung finden.)

Die Erträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft betrugen 0,59 Mrd EUR und wiesen mit 10,7% einen wesentlich geringeren Anstieg als in der Vergleichsperiode des Vorjahres (+21,2%) auf.

Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft belief sich auf 1,10 Mrd EUR und erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode 2005 mit 16,2% signifikant. Die Hälfte der Steigerungen der Betriebserträge im 1. Quartal 2006 lässt sich damit begründen. Der Großteil des Anstiegs ist auf den markanten Zuwachs der Erträge aus dem Wertpapiergeschäft mit 45,3% zurückzuführen. Die Relation Saldo aus dem Provisionsgeschäft zu den gesamten Betriebserträgen betrug 27,2% und erhöhte sich gegenüber dem 1. Quartal 2005 mit 1,6% Prozentpunkten deutlich.

Im ersten Quartal 2006 wurde ein starker Anstieg bei den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um 8,5% auf 2,14 Mrd EUR verzeichnet. Dabei sind die Personalaufwendungen mit 8,3% auf 1,29 Mrd EUR angestiegen. Der Sachaufwand belief sich auf 0,86 Mrd EUR und erhöhte sich um 8,9%.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2006 rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute mit einem Betriebsergebnis von 5,13 Mrd EUR, welches mit 5,7% über dem geschätzten Wert der Vergleichsperiode 2005 liegt (Hierbei ist zu beachten, dass nach dem 1. Quartal Vorschauwerte nur erste Anhaltspunkte für die Entwicklung des laufenden Jahres liefern können. Die Genauigkeit der Schätzung nimmt üblicherweise im Jahresverlauf stetig zu. Im Jahr 2005 wurden beispielsweise zu den einzelnen Berichtsterminen für das Jahresbetriebsergebnis folgende Schätzungen abgegeben: 1. Quartal:
4,85 Mrd EUR; 2. Quartal 5,10 Mrd EUR; 3. Quartal 5,33 Mrd EUR; 4. Quartal 5,60 Mrd EUR. Definitive Jahresabschlusswerte liegen derzeit für das Jahr 2005 noch nicht vor, da diese nach Beendigung der Jahresabschlussprüfung im Zuge des 5. Quartalsberichtes an die Oesterreichische Nationalbank übermittelt werden.). Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird mit 1,47 Mrd EUR um 7,0% deutlich unter dem Schätzwert des Vorjahres angesetzt. Der Rückgang resultierte zum überwiegenden Teil aus den steigenden erwarteten Erträgen aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen und aus Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und für Kreditrisiken. Für das Jahr 2006 wird mit einem ertragswirksamen Saldo aus Wertberichtigungen auf Wertpapiere und Beteiligungen in der Höhe von 0,66 Mrd EUR gerechnet. Aufgrund von Veräußerungsgewinnen wird heuer erstmals wieder ein Erlös erwartet (1. Quartal 2005: -0,06 Mrd EUR)

Unter Einbeziehung sämtlicher Bewertungsmaßnahmen und Risikokosten ergibt sich für das Jahr 2006 ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 4,32 Mrd EUR, welches mit 34,5% gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres signifikant besser eingeschätzt wird. Unter Berücksichtigung des erwarteten a.o. Aufwandes (0,07 Mrd EUR) und der erwarteten Steuern (0,39 Mrd EUR) erwarten die in Österreich tätigen Kreditinstitute einen Jahresüberschuss von 3,84 Mrd EUR, welcher mit 1,0% geringfügig unter dem Wert für das Jahr 2005 liegt.

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