IFK: Symposium zum Thema "Mythos der Kraft"

Wien (OTS) - Der für das 19. Jahrhundert bestimmende Mythos
"Kraft" steht von, morgen, Donnerstag, bis einschließlich Samstag im Mittelpunkt eines international ausgerichteten Symposions, welches das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK; 1., Reichsratstrasse 17) ausrichtet. Die Teilnahme ist kostenlos.

"Kraft", so die Leiter der Tagung, hat bis ins frühe 20. Jahrhundert so unterschiedliche Felder wie Ökonomie, Politik, Physiologie, Philosophie und Technik bestimmt. Thomas Brandstetter und Christof Windgätter interessiert die kulturstiftende Rolle der Kraft, die u. a. in den Diskursen über Arbeit und Produktivkraft, der Diskussion um die Lebenskraft, der Verherrlichung von Maschinen und Dampfkraft oder den Kämpfen um politische Macht sichtbar wird. In all diesen Bereichen wurde versucht, der Kraft eine - meist männlich bestimmte - Form zu geben, wie z. B. dem Kessel der Dampfmaschine. Kräfte wurden verfügbar gemacht, man unterwarf sie verschiedenen Zwecken oder gab ihnen eine Richtung. In jedem Fall handelte es sich darum, unnützen Kraftaufwand zu vermeiden.

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte die Sportphysiologie im Verein mit der Athletik frühe Formen des Body-Buildings. Kai Marcel Sicks (Universität Wien) berichtet in seinem Vortrag darüber. Auch Philipp Felsch (ETH Zürich) beschäftigt sich mit den körperlichen Aspekten des Themas, genauer, mit der Arbeit. Heute, so Felsch, leben wir in einer Welt, in der Arbeit zum Problem geworden ist. Sein Vortrag widmet sich den Versuchen von Lebenswissenschaftern, den homo oeconomicus auch körperlich zum Arbeitstier zu machen. Die Kräfte des Unbewussten wird der Psychotherapeut Günter Gödde (Berlin) in seinem Beitrag behandeln, der Freud und Nietzsche zum Thema hat. Ebenfalls mit der Zeit der Wiener Moderne, genauer jenen Orten, an denen die schwächelnde k.u.k. Monarchie ihren visuellen Ausdruck findet, beschäftigt sich Ethel Matala de Mazza (Ludwig Maximilians Universität, München). Eine Reihe weiterer Vorträge - etwa über die Kraft des Sprengstoffes, oder die eruptive Kraft der Menschenmassen in den Tagen der Französischen Revolution - lassen eine spannende Tagung erwarten.

Die Tagung "Zeichen der Kraft. Wissensformationen 1800 -1900" startet am Donnerstag (22.6.) ab 14.00 Uhr (Ende am 22.6.: 18.00 Uhr), am Freitag geht es dann ab 9.30 Uhr weiter (Ende am 23.6.:
18.00 Uhr) um am Samstag (24.6.) zum letzten Mal um 9.30 Uhr "kraftvoll" zu beginnen. Nach einer Abschlussdiskussion zur Mittagszeit (Beginn: 12.00 Uhr) endet die Tagung gegen 12.30 Uhr. Details auch unter: http://www.ifk.ac.at/ (Schluss) hch/

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Hans-Christian Heintschel
Tel.: 4000/81 082
hch@m53.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0014