Einspeisepreise für Ökostrom auf Europa-Niveau

IG Windkraft fordert Berücksichtigung internationaler Erfahrungen

Wien (OTS) - Noch vor der Sommerpause sollen neue Preise für Strom aus Ökoanlagen verordnet werden. Nachdem das Parlament im Mai massive Einschränkungen bei der Ökostromförderung beschlossen hat, beraten derzeit Vertreter von Wirtschafts- und Umweltministerium über die Preise, die Ökoanlagenbetreiber für ihren Strom bekommen sollen.

Die Energieagentur hat gemeinsam mit der Regulierungsbehörde Energie Control Vorschläge erarbeitet, die nichts Gutes verheißen. Für Strom aus Windkraftanlagen soll der Einspeisepreis auf 7,05 ct/kWh abgesenkt werden. "Das ist untragbar!", äußert sich Mag. Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft. 2002 wurde ein Preis von 7,8 ct für 13 Jahre Laufzeit verordnet. Real kam es seit damals schon zu einer deutlichen Absenkung: Durch die Inflation sind die 7,8ct von heute um 7% weniger wert als vor dreieinhalb Jahren. Andererseits wurde die Laufzeit für den vollen Tarif von 13 auf zehn Jahre gesenkt und nach der Tariflaufzeit werden jetzt vom Marktpreis die Ausgleichsenergiekosten abgezogen.

Hantsch fordert daher, dass der Preis von damals in der Höhe von 7,8 ct nicht abgesenkt werden darf, sondern an das europäische Niveau angepasst wird: "Wird der Einspeisepreis weiter reduziert, dann kann nicht einmal das minimale Windkraftvolumen, das das Ökostromgesetz neu vorsieht, gebaut werden. Der aktuelle Vorschlag liegt weit unter EU-Niveau." In praktisch keinem Land in Europa, wo derzeit Windkraftausbau stattfindet, liegen die Tarife unter 8 ct/kWh. Sei es in Spanien, wo derzeit an die 9ct/kWh gezahlt werden, Portugal mit 8,4ct oder Deutschland mit 8,3ct/kWh. "Eine Schande ist der geplante Tarif auch, wenn sich Österreich mit seinem Nachbarn Tschechien vergleichen möchte. Dort erhalten Windkraftbetreiber 8,3ct, die werden noch dazu inflationsangepasst und sind für 15 Jahre garantiert."

Nicht nachvollziehbar ist für die IG Windkraft, wie die Gutachter von Energieagentur und Energie Control auf ihren vorgeschlagenen Wert kommen. Ein Parameter ist aber die deutliche Schlechterstellung der Windkraft gegenüber KWK-Kraftwerken, die mit Gas oder Kohle betrieben werden und nun auch eine Förderung durch das Ökostromgesetz bekommen. "Bei Wind will man allen Ernstes über eine Lebensdauer von 20 Jahre rechnen, obwohl man nur zehn Jahre den vollen Tarif bekommt und die Anlagen nur für 20 Jahre Betrieb ausgelegt sind. Dies, um nur ja auf niedrigste Tarife zu kommen. Bei Gas- oder Kohlekraftwerken ist dagegen im Ökostromgesetz nur eine Berechnungsdauer von 15 Jahren vorgesehen. Das entspricht der Hälfte der realistischen Lebensdauer. Genauso ist es bei mittelgroßen Wasserkraftwerken. Wir fordern hier eine ganz klare Gleichbehandlung der jungen Windenergietechnologie mit alteingesessenen Stromerzeugungsformen", so Hantsch.

"Besonders absurd ist diese Preisdrückermentalität auch deshalb, weil die Tarife, nachdem sie einmal festgesetzt wurden, laut Gesetz zwar nach unten, aber nie wieder nach oben korrigiert werden können.", so Hantsch. "Wir fordern daher vom Umwelt- und Wirtschaftsminister, dass die Tarife auf internationalem Niveau festgelegt werden. Bei Wind sind das über 8ct/kWh.", so Hantsch abschließend.

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