ÖAMTC präsentiert Wunschzettel der Autofahrer an die Asfinag

Club fordert Vorrang für Sanierung, Nachrang für Neubau

Wien (OTS) - Stauchaos in schlecht eingerichteten Baustellen, aufbrechende Autobahnen, Unfallserien und Tote auf unverantwortlich schmalen Sparautobahnen. So sieht das Autobahnnetz teilweise aus, für das die Asfinag seit 1. Mai diesen Jahres erstmals die Generalverantwortung übernommen hat. Der ÖAMTC ortet vor der morgigen Aufsichtsratssitzung der Asfinag dringenden Handlungsbedarf und appelliert deshalb an das aufgestockte Vorstandstriumvirat. "Der ÖAMTC erwartet sich deshalb, dass die Mauten von Lkw und die Einnahmen durch den Vignettenverkauf bei Pkw als einzige Einnahmequelle der Asfinag nutzungsadäquat in Schwerpunkte zu investieren", erklärt ÖAMTC-Experte Willy Matzke. Diese liegen für den Club in:

  • der Behebung der Unfallpunkte
  • der Forcierung des Ausbaus der zweiten Tunnelröhren, z.B. ist der Baubeginn am Tauerntunnel bisher nicht erfolgt, die zweite Röhre am Katschberg ist dagegen schon durchgebrochen
  • dem Ausbau gefährlich schmaler Sparautobahnen zu vollwertig sicheren Strecken
  • dem Lückenschluss im heimischen Netz vor Neubau von Lkw-Transitschneisen zu den Ostländern
  • dem Vorrang für Menschenschutz und Umweltschutz

In Wien hat die Kurzanbindung vom Knoten Kaisermühlen der Donauufer Autobahn (A22) zum Knoten Schwechat der Ost Autobahn (A4) samt deren sechsspurigen Vollausbau zum Flughafen absoluten Vorrang vor dem Neubau des umstrittenen Lobautunnels der Nordumfahrung und der Nord Autobahn (A5). Auf den Nordrouten nach Tschechien Brünner Straße (B7) sowie der Weinviertler Straße (B303) kann nur eine sofort eingeführte Lkw-Maut die Lkw-Lawine auf den derzeitigen Gratis-Transitrouten zurückdrängen. Erst dann kann über Dimension und Bauzeitplan entschieden werden, alles andere wäre planloses Verschleudern des Geldes der Autofahrer.

In der Steiermark hat der Vollausbau der Lücke Judenburg-Scheifling-Klagenfurt Murtal Schnellstraße(S36)/Klagenfurter Schnellstraße (S37) absoluten Vorrang vor neuen Eintrittsschneisen für Transit-Lkw. Auch hier muss die Lkw-Maut sofort eingeführt werden und dafür die Beschleunigung der Chaos-Baustelle der Süd Autobahn (A 2) zwischen Graz und Wolfsberg erfolgen. In den Naturparkgemeinden zwischen Scheifling und der Landegrenze mit Kärnten gilt schon länger ein Nachtfahrverbot für Lkw, das aber mangels Kontrolle einfach ignoriert wird. Als Folge fordern die aufgebrachten Bürger ein totales Lkw-Fahrverbot für den Fernverkehr auf dieser Route, auf der täglich tausende Lkw vor der Maut auf der Südautobahn ausweichen. Die Bemautung solcher Strecken ist laut geltender Wegekostenrichtlinie der EU sofort möglich, weil es sich eindeutig um Ausweichverkehr von Mautstrecken handelt.

Asfinag hat Anspruch auf Steuergeld der Autofahrer

Nachdem die Asfinag von den Bundesländern einige Problemstrecken übernehmen musste, hat die Asfinag Anspruch darauf, für die dringenden Sanierungen mindestens eine Milliarde Euro jährlich aus Autofahrersteuern zu erhalten. "Schließlich werden den Autofahrern neben den Mauten gut zehn Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich abgeknöpft. 90 Prozent der Transportleistungen werden auf den Straßen erbracht. Die Investitionspläne müssten sich dem endlich anpassen", fordert der ÖAMTC-Experte.

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