Kärnten für neue EU-Förderperiode optimal gerüstet

LH Haider und LR Martinz informierten Kärntens Unternehmer gemeinsam mit weiteren Experten

Klagenfurt (LPD) - Ein äußerst positives und optimistisches Bild von der EU-Förderperiode 2007-2013 zeichneten Dienstag Abend mehrere Experten bei einer Informationsveranstaltung im Veldener Casineum. Für Kärnten wird das Fördervolumen gleich bleiben. Die Förderstruktur wird sich ändern, aber neue Chancen eröffnen. Förderbar wird das ganze Land, also auch der Kärntner Zentralraum, sein. Für grenzüberschreitende Projekte wird man verstärkt Förderungen anstreben. Innovation wird wichtiger Schwerpunkt bei den geförderten Projekten sein. Ein Programm zur optimalen Nutzung der EU-Förderungen wird derzeit vom Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) und der Landesplanung erstellt.

Wie Wirtschaftsreferent Landeshauptmann Jörg Haider ausführte, gibt es in Kärnten vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Fördervorteile. Kärnten müsse aber seine Wirtschaftsstruktur weiter hin zur Technologie verändern. Mit u.a. dem Infineon-Kompetenzzentrum für den Automotiven Bereich, dem Mahle-Mechatronikzentrum oder dem Klagenfurter Lakesidepark sei man bereits den richtigen Weg gegangen. Diese Projekte seien auch Beispiel für gute Förderkooperation zwischen Bund, Land und Gemeinden.

Man dürfe allerdings nicht nur auf den monetären Aspekt setzen, sondern auch "das Rundherum muss stimmen", betonte Haider. Kärnten sorge daher für eine moderne Bildung und Ausbildung. Chancenreich für das Land seien außerdem die Bioenergie und die traditionelle Holzindustrie. Ausgezeichnet entwickle sich der Tourismus, in den viel investiert werde, das Bauwesen boome und auch die Sachgüterproduktion laufe gut. Die Betriebe würden hinter der Lehrlingsausbildung stehen und der Kärntner Arbeitsmarkt zeige eine positive Entwicklung. Vor allem die heimischen Industrieparks würden zahlreiche Arbeitsplätze schaffen.

Der Landeshauptmann verwies auf den Kärntner Zukunftsfonds, das 160 Mio. Euro schwere Konjunkturpaket von Bund und Land, die Kärntner Kleinstgewerbeförderung sowie auf die Leuchtturmprojekte in den Regionen. So werde Kärnten in seiner wirtschaftlichen Entwicklung systematisch positiv gestaltet, meinte er. An die Unternehmer appellierte Haider, noch heuer zu investieren und diese maßgeschneiderten Förderungen zu nutzen.

EU-Landesrat Josef Martinz wollte vor den Kärntner Unternehmern "Stimmung für die Chancen aus der EU machen". Um "daheim in Europa erfolgreich zu sein" brauche es vor allem starke Regionen. Europa sei ein riesiger Markt mit 450 Mio. Konsumenten und Österreich liege mitten drinnen. Unser Land habe sich auch bereits "nach vorne katapultiert". So liege es bei der Wettbewerbsfähigkeit am europaweit dritten Platz und sei der "Exportkaiser Europas". Eine "irrsinnige Dynamik" hat sich für Martinz auch durch die EU-Osterweiterung ergeben, die vor allem die KMU nützen können.

Kärnten sei Nettoempfänger und "Europameister beim Abholen von Fördergeldern", führte Martinz weiters aus. Das einst drohende hohe Fördergefälle zwischen den Grenzlandregionen und neuen EU-Staaten im Osten hätten die betroffenen Regionen gemeinsam erfolgreich abfedern können. Nun sei noch mit einem Fördergefälle von zehn bis 15 Prozent zu rechnen. In den neuen Mitgliedsländern würden sich aber auch enorme Chancen auftun, sagte der EU-Referent. Slowenien sei bereits an zehnter Stelle bei den Abnehmern Österreichischer Waren, pro Kopf gerechnet sei es hier sogar die Nummer Eins. "Ein starkes Europa ist die direkte Antwort auf die Globalisierung, ein schwaches Europa hilft nur Bush, Putin und China", resümierte Martinz.

Wie KWF-Vorstand Hans Schönegger ausführte, entwickle der KWF im Auftrag des Landes derzeit ein Programm zur optimalen Nutzung der so genannten Ziel 2 und Ziel 3-Förderungen. Schwerpunkt dabei sei Innovation, 80 Prozent der Maßnahmen hätten diesen Charakter. Bei Ziel 2 gehe es um regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, bei Ziel 3 um territoriale Kooperationen. Bei Ziel 3 arbeite der KWF mit der Abteilung 20 - Landesplanung zusammen.

Peter Fercher, der Vorstand der Abteilung 20, sieht für Kärnten, das mitten im Alpen-Adria-Kreis liegt, eine Fülle von Potentialen. Es gelte, Vernetzungen zu verstärken und die Wirtschaftskraft der Metropolen in diesem Raum gemeinsam zu nutzen. Mit dem KWF und der Entwicklungsagentur Kärnten (EAK) will die Landesplanung Kärntens vorhandene Stärken weiter ausbauen. Dazu sichere man Industrie- und Gewerbeflächen für Investoren, etwa bei Industrieparks. Diese Standorte sollen danach schnell verfügbar, rechtssicher und gut aufgeschlossen sein. Um die Regionen und Bezirke für die neuen Förderungen vorzubereiten, erarbeite man mit ihnen zusammen regionale Entwicklungsleitbilder. Für diese sind laut Fercher bestehende Kooperationen in den Regionen, wie etwa die Regionalverbände, besonders wichtig.

Bei der Informationsveranstaltung referierte zudem der Geschäftsführer der Österreichischen Raumordnungskonferenz, Markus Seidl, über "Lissabon und die österreichische Regional- und Strukturpolitik. Die neuen Rahmenbedingungen für EU-Förderungen ab 2007". Im Anschluss an die Referate hatten die Unternehmer noch die Möglichkeit, sich im direkten Gespräch mit den Experten Informationen einzuholen.
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