Hanusch-Krankenhaus der WGKK wird Lehrspital der Medizinischen Universität Wien

Kooperationsabkommen zwischen Wiener Gebietskrankenkasse und Medizinischer Universität Wien feierlich unterzeichnet

Wien (OTS) - Ab 1. Oktober 2006 steht das Hanusch-Krankenhaus, Kompetenzzentrum der Sozialversicherung und Spital der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), als Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität Wien (MUW) zur Verfügung. Das Kooperationsabkommen zwischen WGKK und MUW wurde nunmehr feierlich unterzeichnet. ****

Mit dem seit Wintersemester 2002 neu gestalteten Studienplan für Medizin haben angehende Ärzte mehr denn je die Möglichkeit, in Spitälern Praxis zu sammeln. Seit kurzem beschreitet die MUW neue Wege, um ihre Studierenden für das Leben im medizinischen Alltag vorzubereiten: Studierende im III. Abschnitt sollen in ausgewählten Lehrkrankenhäusern die geforderten Praktika absolvieren können, wobei der intensiven Betreuung und Begleitung durch zum Teil habilitierte Fachärzte besondere Bedeutung zukommt. Da das Hanusch-Krankenhaus das gefragte Leistungsspektrum zu bieten hat und die hohen medizinischen Qualitätsstandards erfüllt, wurde es von der MUW als Lehrspital ausgewählt.

Renommierten Partner für praxisnahe Ausbildung gewonnen

Univ.-Prof. Dr. Rudolf Mallinger, Vizerektor für Lehre an der Medizinischen Universität Wien, freut sich, mit dem Hanusch-Krankenhaus "einen weiteren wichtigen und renommierten Partner für die praxisnahe Ausbildung der Wiener Medizinstudenten" gewonnen zu haben. Die Teil-Ausbildung in Lehrkrankenhäusern sei längst internationaler Trend. Die Einbindung von Lehrspitälern zielt auf eine nachhaltige Verbesserung der klinisch-praktischen Ausbildung von Medizinstudierenden ab. Mit Verbesserung sei, so Mallinger, vor allem "die Erweiterung des praktischen Ausbildungsspektrums" gemeint, denn das Patientenspektrum der Lehrkrankenhäuser habe gegenüber dem eines Universitätsklinikums ein anderes Profil, die Herausforderung an den ärztlichen Beruf hätten im Unterschied zur ärztlichen Tätigkeit an einem Uniklinikum eine andere Praxis-Basis.

Förderung von Arzt-Kompetenzen jenseits der Heilkunst

Hofrat Dr. Rudolf Brenner, Generaldirektor der Wiener Gebietskrankenkasse, unterstrich die Bedeutung einer guten medizinischen Ausbildung für die Sozialversicherungsträger: "Wir sind natürlich interessiert daran, auch künftig mit möglichst kompetenten Medizinern kooperieren zu können - ob sie nun in unseren eigenen Einrichtungen tätig sind oder als niedergelassene Vertragsärzte." Mehr denn je seien bei einem Arzt inzwischen Kompetenzen gefragt, die jenseits von Diagnostik und Therapie lägen, etwa die psychosoziale Kompetenz: "Kein theoretisches Trockentraining kann auf die Führung einer Visite oder den Umgang mit Patienten, Angehörigen und Kollegen vorbereiten", betonte Brenner. Auch das Nahtstellenmanagement gewinne zunehmend an Bedeutung. "Studierende, die im Hanusch-Krankenhaus ein Praktikum absolvieren, können hautnah erleben, was es heißt, als Arzt wissender Lotse zu sein und zu koordinieren: zwischen stationärem und ambulantem Bereich etwa, aber auch zwischen dem Krankenhaus und den diversen sozialen Diensten."

Win-Win-Situation für Routiniers und Praktikanten

Künftig können 45 Studierende pro Semester im Hanusch aufgenommen werden, die ihre Praktika in sechs Zyklen absolvieren und dabei unter der besonderen Betreuung von erfahrenen Fachärzten stehen. Praktikumsplätze gibt es in den vier Abteilungen für Innere Medizin sowie in den Abteilungen für Chirurgie, Unfallchirurgie, HNO, Augenheilkunde sowie Gynäkologie und Geburtshilfe. Prim. Univ.-Prof. Dr. Klaus Klaushofer, Ärztlicher Direktor des Hanusch-Krankenhauses, sieht die Forschungs- und Lehraktivitäten zahlreicher Hanusch-Ärzte als "Garant für das hohe Niveau der fachlichen Begleitung der Studierenden": Insgesamt seien 13 habilitierte Ärzte im Hanusch-Krankenhaus tätig, zwei Ludwig-Boltzmann-Institute und ein Karl-Landsteiner-Institut würden im Haus geführt. Klaushofer sieht auch Vorteile für die "Routiniers" und das Spital selbst: "Mit der Integration der Studierenden in den Spitals-Alltag müssen eingespielte Arbeitsabläufe permanent mit Vorgaben aktueller Lehre abglichen werden, was die Qualität im laufenden Betrieb sichert", unterstreicht Klaushofer. Vom so genannten Bedside-Teaching, den strukturierten Visiten im Beisein von Auszubildenden, zögen auch Fachärzte in Ausbildung und Turnusärzte ihren Nutzen, ist der Ärztliche Direktor überzeugt: "Wenn wir den Famulanten von heute mehr Aufmerksamkeit schenken, werden die Turnusärzte von morgen besser vorgebildet sein."

Lehrspitäler sichern die Kapazitäten für die klinische Ausbildung

Judith Böhm, Vorsitzende der studentischen Universitäts-Vertretung Medizin an der MUW, unterstreicht die Bedeutung der Lehrspitäler, um die unbedingt notwendigen Kapazitäten in der klinischen Ausbildung zu sichern. "Ich freue mich daher sehr, dass nun auch das Hanusch-Krankenhaus als Lehrspital für die MUW gewonnen werden konnte. Eine optimale Betreuung der Studierenden im klinischen Abschnitt in Kleingruppen, wie sie im neuen Studienplan vorgesehen ist, ist nur mit der Unterstützung der Lehrspitäler möglich", ist Böhm überzeugt. "Uns ist es dabei ein großes Anliegen, dass die Studierenden von Fachärzten betreut und effizient in den klinischen Alltag eingebunden werden", so Böhm. Wichtig sei dabei vor allem eine gute Kooperation und Kommunikation zwischen der MUW und den Lehrspitälern, um einen hohen Standard gewährleisten zu können.

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