Pröll: In Zukunft mehr EU-Zusammenarbeit in Agrarforschung und -beratung

Schlussfolgerungen des informellen Agrarministerrates in Krems werden zum Programm für die Agrarpolitik

Wien (AIZ) - Die unter dem Motto Land - Leben - Zukunft beim informellen Agrarministerrat Ende Mai in Krems erarbeiteten Schlussfolgerungen zu den Themen Bildung, Beratung, Forschung und Entwicklung sowie Innovation und Diversifikation wurden gestern, Montag, beim Rat der Landwirtschaftsminister in Luxemburg angenommen. Für die Minister sind diese Themen prioritär, weil die Europäische Union - im Gleichklang mit den Zielen von Göteborg und Lissabon - in ihrer Politik in den Sektoren Forschung, Kohäsion und Entwicklung des ländlichen Raumes zuvor bereits eine Vielzahl von Impulsen gegeben hat. "Damit ist es gelungen, die Weichen für die Agrarpolitik der Zukunft zu stellen. Mit der Annahme der Schlussfolgerungen haben die Kremser Ergebnisse nun programmatischen Charakter für den Agrarrat der EU", zeigte sich Landwirtschaftsminister Josef Pröll erfreut.

Gemeinsame Vision für EU-Agrarforschung gefordert

Forschung und Entwicklung wurden in den Kremser Schlussfolgerungen als absolut wichtiges Thema definiert. Da der strategische Wert einer guten und intensiven Koordination und Kooperation über Grenzen hinweg erkannt worden ist, soll besonders die Vernetzung der Forschungsinstitute - sowohl horizontal als auch vertikal -vorangetrieben werden. Zudem will man im Rahmen des "Foresight-Prozesses", der vom neuen Ständigen Agrarforschungsausschuss (CPRA), der EU und Experten der Mitgliedstaaten gestartet wurde, einen Ausblick auf die Landwirtschaft für die Jahre 2015 bis 2020 geben und notwendige politische Antworten finden. Weiters unterstützen die Minister auch multidisziplinäre und transdisziplinäre Forschungsansätze. Zudem ist geplant, eine "gemeinsame Vision für die Agrarforschung" zu entwickeln, um die Ressourcen der einzelnen Staaten besser nutzen zu können. Im Hinblick auf die Strukturen des ländlichen Raumes sollen kleinere und mittlere Unternehmen außerdem besondere Beachtung finden.

Erfahrungsaustausch über Bildungsstrategien fördern

Das Dokument betont die Bedeutung einer umfassenden Aus- und Weiterbildung für die Erreichung des Lissabon-Ziels, die wettbewerbsfähigste, wissensbasierte Gesellschaft der Welt zu werden. Bereits im Grundlagenpapier wurde ein massiver Aufholbedarf beim grundlegenden Ausbildungsniveau festgestellt. Die Minister zeigten sich einig, dass der Erfahrungsaustausch über Bildungsstrategien für die Landwirtschaft und ländlichen Gebiete vorangetrieben werden soll. Weiters sollen die Mitgliedstaaten Maßnahmen in den ländlichen Entwicklungsprogrammen für Anreize zur Aus-, Fort- und Weiterbildung in die Wege leiten. Auch die Kommission wird aufgefordert, bei der Prüfung der nationalen Programme für die ländliche Entwicklung Augenmerk auf diese Ziele zu legen. Pilotprogramme auf Ebene der Mitgliedstaaten und der Austausch von Best-Practice-Beispielen sollten entwickelt werden.

Individuelle Beratung kann Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stärken

Auch einer aktuellen und praxisnahen Beratung wird größte Bedeutung beigemessen. In dem Dokument wird unterstrichen, dass insbesondere eine auf die individuelle Situation des Betriebes angepasste Beratung die Möglichkeit bietet, rasch auf die Bedürfnisse der Landwirte einzugehen. So kann auch der letzte Stand der Ergebnisse aus Forschung, Entwicklung und Innovation vermittelt werden, was im Sinne der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wichtig ist. Bei der Einführung von neuen Beratungssystemen sollen die Mitgliedstaaten unterstützt werden, damit die erforderlichen Anpassungsprozesse gelingen können. Auch in diesem Bereich ist es vorgesehen, einen Erfahrungsaustausch der einzelnen Organisationen möglich zu machen, beziehungsweise zu verbessern, wobei bereits bestehende Netzwerke dafür genutzt werden sollen.

Betriebskooperationen zur besseren Umsetzung von Innovationen

Weiters stellte der Ratsvorsitz fest, dass Produktivität und Wirtschaftswachstum entscheidend davon abhängen, wie schnell und effizient sich Innovation in einer Volkswirtschaft verbreitet. Aus diesem Grund sollte der Wissenstransfer von der Forschung zu den Landwirten möglichst rasch erfolgen. Landwirtschaftlichen Unternehmen wäre anzuraten, sich zu Kooperationen zusammenzufinden, um Innovationen besser umsetzen zu können. Den Bedürfnissen des Marktes sei dabei besonderes Augenmerk zu schenken. Existierende Nischen müssten erkannt und genutzt werden. Weiters sollten die vorhandenen finanziellen Instrumente für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Forschungsinfrastruktur und Wirtschaft in vollem Umfang genutzt werden. Für den internationalen Vergleich von Innovationen wurde zudem das Konzept der "Europäischen Trend Chart für Innovation" entwickelt. Dieses Benchmarking sollte auch die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung aufnehmen und die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung und Verbesserung ihrer Innovationspolitik unterstützen, heißt es in den Schlussfolgerungen.
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