Leitl und Donohue überreichen Wirtschaftsmemorandum an Bush und Schüssel

USA: Zukunftsmarkt mit größtem Potential für österreichischen Export - Ausfuhren in den letzten 10 Jahren um 326% gestiegen

Wien (PWK404) - Anlässlich des Treffens der Global Chamber Plattform präsentierten heute WKÖ-Präsident Christoph Leitl in seiner Funktion als Vorsitzender der Global Chamber Plattform von Eurochambres und der Präsident der US-Handelskammer, Thomas Donohue, ihr Forderungen an den Polit-Gipfel USA-EU mit US-Präsident George W. Bush und EU-Ratsvorsitzenden Wolfgang Schüssel morgen in Wien. Gefordert werden "Fortschritte bei den WTO-Verhandlungen spätestens bis Ende 2007, gemeinsame Anstrengungen bei einer globalen Energiepolitik in Hinblick auf erneuerbare Energien, mehr Augenmerk auf Schutz des geistigen Eigentums sowie die Reduktion von nicht-tarifarischen Handelshemmnissen", so Leitl. "Wir wollen unsere Märkte noch mehr öffnen und den KMU alle Barrieren aus dem Weg räumen." Unisono betonten beide Präsidenten, "dass wir noch mehr Anstrengungen gegen die ausufernde Produktpiraterie unternehmen müssen."

Donohue wies auf die aktuelle wirtschaftliche Stabilität der USA hin: "Die Welt muss sich keine Sorgen um die US-Wirtschaft machen, vielmehr machen wir uns Sorgen um den Rest der Welt. Unser Unternehmen wollen und könnten weltweit viel mehr ihrer Produkte absetzen." Als eines der transatlantischen Beziehungsprobleme nannte Donohue die EU-Struktur der zu starken Regionalisierung: "Wenn ich etwas aus einem europäischen Staat will, weiß ich, wen ich etwa hier in Österreich, Großbritannien oder Deutschland anrufen soll, ich habe aber keine Ahnung wer in der EU für etwas zuständig ist." Umgekehrt betreiben europäische Unternehmen Handel mit den USA, aber nicht etwa mit Maine oder Massachusetts. Grundsätzlich gebe es aber keine großen Unterschiede zwischen den USA und der EU. Donohue: "Der signifikanteste ist eben, dass wir eine Zentralregierung haben, in der die wichtigen landesweiten Entscheidungen getroffen werden. In Europa liegt die Stärke aber in den Nationalstaaten, die alle ein wenig ihr eigenes Süppchen kochen." Leitl ergänzte, dass in Europa endlich Zinsstabilität einkehren müsse. "Die permanenten Ankündigungen von Zinserhöhungen in der EU sind kontraproduktiv, wir dürfen uns nicht nur an der Inflation orientieren, wir brauchen Stabilität um konkurrenzfähig zu bleiben."

Leitl ging auf die österreichisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen ein: "Die USA sind seit Jahren der wichtigste Überseemarkt und drittwichtigste Handelspartner Österreichs." Die Exporte erreichten 2005 5,3 Mrd. Euro, die Importe 3,2 Mrd. Euro, was für Österreich ein Handelsbilanzaktivum von über 2 Mrd. Euro bewirkte. Heuer boomt der Außenhandel mit den USA regelrecht. Im ersten Quartal machte das Ausfuhrplus gegenüber der Vorjahresperiode 34,9% - ein doppelt so hoher Anstieg wie weltweit - aus und die Importe legten um 41,3% zu. Ein Trend, der nicht von ungefähr kommt, wie neuesten Analysen der Außenwirtschaft Österreich (AWO) ergeben. Die USA verfügen über das weltweit größte Entwicklungspotential für die österreichische Exportwirtschaft außerhalb der EU15! Weltweit haben sich die österreichischen Exporte in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt: Von 44,5 Mrd. Euro auf 94 Mrd. Euro (+123 %). In die USA nahmen die heimischen Ausfuhren im gleichen Zeitraum um +326 % von 1,4 Mrd. Euro auf 5,3 Mrd. Euro zu. Darin erkennt man die Dynamik des österreichischen transatlantischen Außenhandels, welche vor allem von einer kontinuierlich kräftigen US-Konjunktur genährt wurde.

Die USA sind mit 25% der Weltwirtschaftsleistung die größte Volkswirtschaft der Welt und bieten damit gleichmäßige Absatzmöglichkeiten für die gesamte österreichische Angebotspalette. Die USA werden auch mittelfristig das globale Wachstumszentrum bleiben und bis 2020 prognostizierte Wachstumsraten von durchschnittlich 3% pro Jahr ausweisen (Vergleich EU 15 1 - 2 %). Leitl: "Wenn es Österreich gelingt, am dynamischen Wachstum in den USA mit zu partizipieren und gegenüber dem dominanten EU- Mitbewerb Marktanteile dazu zu gewinnen, könnten sich Österreichs Exporte in die USA bis Ende 2007 um bis zu EUR 1,5 Mrd. erhöhen. Damit sind die USA Österreichs wichtigster Zukunftsmarkt."

Die österreichischen Exportfirmen konnten bislang stets von der außerordentlich guten US-Wirtschaftsentwicklung profitieren. Unsere Exporte sind stark diversifiziert und umfassen sowohl Investitionsgüter als auch Konsumgüter. Konsumgüter wie Pkw, Energiedrinks und Möbelbeschläge sind genauso unter den Top-10 Exportprodukten zu finden wie Pharmazeutika, Nahtlosrohre für die Erdölindustrie, Dieselmotoren und Teile für die Kfz Industrie. Auch die Direktinvestitionsbeziehungen zwischen Österreich und den USA sind sehr intensiv. Österreichs Kapitalbestand in den USA lag Ende 2004 bei 2,5 Mrd. Euro. Derzeit sind rund 420 Niederlassungen und 800 Repräsentanzen österreichischer Unternehmen erfasst. In diesen Firmen sind mehr als 9.700 Personen beschäftigt. Umgekehrt erreichte der Kapitalbestand der USA in Österreich Ende 2004 einen Wert von 5,8 Mrd. Euro. Von den in Österreich angesiedelten rd. 400 US-Unternehmen (ca. 4/5 davon in Wien) nutzen viele den Standort auch für die Bearbeitung der umliegenden Märkte Zentral- und Osteuropas. Knapp 40.000 Personen sind bei den amerikanischen Firmen in Österreich angestellt. (BS)

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