"Grenzenlose Zeitung" hat Erfolg im Strom von "Belanglosigkeiten und Schrott"

Vierzehntes Symposion der Print Akademie des VÖZ in neuer Form

Wien (OTS) - Die Verbindung des Mediums Zeitung mit den neuen
Medien zu einer "grenzenlosen Zeitung" ist für Peter Hartmeier, Chefredakteur des Tages-Anzeigers (Zürich) Voraussetzung für den Erfolg. Nur jene Medienmacher seien erfolgreich, welche die unterschiedlichen Plattformen - Print, Online, Radio, TV und Live-Auftritte - als Medien-Dienstleister zu nützen verstehen, betonte er am Dienstag bei der Print Akademie des VÖZ im Tech Gate Vienna, die sich am Dienstag in vier Referaten mit der Frage beschäftigte, wie Printmedien "Wert(e) schaffen".

Angesichts des 24-stündigen Stroms von "Belanglosigkeiten und Schrott", müssten die Medienmacher echte und hilfreiche Information bieten, den pointierten Kommentar, die Erklärung des Zusammenhangs oder die erhellende Recherche eines unerwarteten Themas, "auf das ich selbst nicht gekommen wäre, das ich im Internet nicht gesucht hätte".

Das Gerede von der Überforderungen der Leserinnen und Leser durch die Angebotsflut lässt Hartmeier, der seine Ausführungen mit konkreten Erfahrungen beim Tages-Anzeiger illustrierte, nicht gelten:
"Unsere Kunden sind ganz einfach skeptischer, nützlichkeitsorientierter, untreuer, wissensdurstiger und unabhängiger geworden." Je qualifizierter eine Zielgruppe sei, je kritischer und besser sie informiert sein möchte, umso eher "verlässt sie sich in dieser geschwätzigen Zeit auf Zuverlässigkeit, auf Glaubwürdigkeit, auf Berechenbarkeit und auf Auslese".

Jedem Hirn seine Werte - und seine Zeitung

Marketing wird immer lauter - doch nicht alle Menschen sind so "laut" wie die Marketer und manche wollen daher gar kein lautes Trommeln. Das ist die Grundthese von Gunter Dueck - der Mathematiker ist Chief Technologist bei IBM Global Services Germany -, die er den rund 100 Teilnehmern der Print Akademie erläuterte. Dueck teilt die Menschen nach ihrer "Bluttemperatur" ein: in laute, normale und leise Menschen. Diese "Bluttemperatur" bestimme maßgeblich die Art der Kommunikation, mit der die Menschen als Konsumenten wie auch als Zeitungsleser erreicht werden können. Es gelte daher, nicht maximale Aufmerksamkeit durch immer lautere Werbung zu erzielen, sondern auf jeden Menschentyp mit auf seine Kommunikationsbedürfnisse abgestimmten Maßnahmen Resonanz zu schaffen. Dabei würden gerade auch verschiedene Zeitungstypen verschiedene Menschentypen ansprechen. Kurz: Jedem Hirn seine Werte - und seine Zeitung.

Printmedien haben zentrale Markenfunktion

Michael Pusler, der stellvertretende Leiter der Markt-Medien-Forschung bei Hubert Burda Media behandelte die zunehmende Differenzierung der Medienangebote, welche zu einer wachsenden Fragmentierung der Mediennutzer führt. Moderne Medienhäuser haben deshalb in den vergangenen Jahren ihre ursprünglichen Zeitungsmarken verbreitert - teils horizontal mit neuen Printangeboten unter dem gleichen Markennamen und Line Extensions, teils vertikal mit dem Aufbau erfolgreicher Angebote in den neuen Medien. Die zentralen Markenfunktionen der Printmedien, also Interaktion, Identität, Orientierung und Information, wurden dabei gemeinsam mit den Marken auf die neuen Angebote erweitert. So können, betonte Pusler, den Kunden nun integrierte Mediaangebote gemacht werden, mit denen echte Mehrwerte geschaffen werden können.

"Printanlage" als "Wertanlage"

Markus Kienberger, Agenturleiter Media 1, gab den Teilnehmern einen Einblick in die Praxis von "Printanlage" als "Wertanlage" und berichtete über Strategie, Umsetzung und Ergebnis der stark auf Printmedien setzenden Kampagne der Wiener Städtischen im Vorjahr rund um den Börsengang.

Bereits das vierzehnte Symposion der Print Akademie
"Wert.Voll: Wie Print Wert(e) schafft" war bereits das vierzehnte Symposion, das von der Print Akademie des VÖZ veranstaltet wurde. Sie wurde heuer aber erstmals mit neuem Tagungsort im Tech Gate Vienna und, um dem Bedürfnis nach knapperer Informationsvermittlung zu entsprechen, in Halbtagsform durchgeführt.

Die Print Akademie versteht sich als Informations- und Diskussionsforum der Branche, die den fachlich fundierten Diskurs zwischen Kunden, Mediaplanern, Kreativagenturen und Verlagen fördert. Entsprechend richten sich die Symposien an die Zielgruppe der Werbekunden, Media- und Werbeagenturen, Mediaexperten, Marktforscher und Anzeigenkontakter.

Rückfragen & Kontakt:

Sonja Nagl, Tel. 01/ 533 79 79-115

Verband Österreichischer Zeitungen
Hannes Schopf, Tel. 01 / 533 79 79-419, 0676 / 634 70 83

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