OeNB - Finanzinvestitionen der Haushalte lagen 2005 mit 18 Mrd EUR deutlich über dem 10-Jahres-Durchschnitt

Trend zu Kapitalmarktprodukten hielt 2005 an.

Wien (OTS) - Die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte stieg im abgelaufenen Jahr auf 18,3 Mrd EUR. Sie lag um 1,3 Mrd EUR (+7,7%) höher als im Jahr 2004 und damit um rund 5 Mrd EUR über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. 2005 flossen rund 7 Mrd EUR in Wertpapiere. Besonderes Interesse hatten die Privatinvestoren an Wohnbauanleihen, Neuemissionen inländischer Aktien sowie an inländischen Investmentzertifikaten. Damit wuchs in den letzten Jahren nicht nur die Gesamthöhe der finanziellen Investitionen dynamisch, sondern es wurde auch innerhalb des Portfolios der privaten Haushalte Wertpapiere zu Lasten von Bankeinlagen aufgebaut.

Die heute von der Oesterreichischen Nationalbank veröffentlichten Daten zur Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung beinhalten sowohl die finanziellen Transaktionen als auch die Vermögensbestände und die finanziellen Verpflichtungen der privaten Haushalte, Unternehmen, des Staats und der Finanzinstitutionen. Die Datenreihe enthält revidierte Werte für die Jahre 1995 bis 2004 sowie neue Werte für das Jahr 2005. Anhand dieser Daten lassen sich u.a. die längerfristigen Änderungen in den Veranlagungsschwerpunkten der privaten Haushalte nachzeichnen.

In den letzten zehn Jahren gingen 133,2 Mrd EUR in Bankeinlagen, Wertpapiere, Beteiligungen sowie in Lebensversicherungen und Pensionskassenansprüche einschließlich der Beiträge für die Zukunftsvorsorge. Das entspricht rund 90% des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte im Jahr 2005. Zum Jahresultimo 2005 hatte der Haushaltssektor ein Finanzvermögen von 356,3 Mrd EUR.

Über diesen Zeitraum veränderte sich die Vermögensbildung weitgehend parallel zur Sparquote. Der Anstieg der Sparquote auf über 9% im Jahr 2005 beschleunigte auch die Geldvermögensbildung auf über 18 Mrd EUR.

In den letzten zehn Jahren kauften Privatinvestoren um knapp 40 Mrd EUR Wertpapiere, während sie auf Bankeinlagen 47 Mrd EUR sparten. Bei der Wahl für einzelne Finanzprodukte orientierten sich private Haushalte immer wieder an den vorherrschenden Entwicklungen auf den Kapitalmärkten: So stieg der Anteil der Wertpapierinvestitionen in den Jahren 1996 bis 2000 von 10% auf 50%. Steigende Preise auf den Aktienmärkten gaben die Anreize für Investitionen, insbesondere in inländische Investmentzertifikate. Nach einer Stagnationsphase zwischen 2001 und 2003 machten positive Kursentwicklungen auf den Kapitalmärkten diese Veranlagungsform für Privatinvestoren wieder attraktiv und ab 2004 erhöhte sich dadurch auch wieder der Beitrag der handelbaren Wertpapiere an den gesamten Finanzinvestitionen auf mehr als ein Drittel. 2005 war die Nachfrage nach Neuemissionen inländischer Aktien von Finanzinstituten, Versicherungen und der Immobilienbranche, Wohnbauanleihen sowie Zertifikate von inländischen Investmentfonds besonders stark. Das steigende Angebot an Garantiefonds wurde dabei von privaten Investoren aufgegriffen. Die Zuwächse auf Bankkonten gingen dementsprechend wieder zurück. Wurde 2003 noch fast jeder zweite Euro in Einlagen investiert, so war es 2005 nur mehr jede vierte.

Während die Einzahlungen auf Sparkonten und die Wertpapierkäufe in den letzten zehn Jahren eher volatil waren, bildeten hingegen Lebensversicherungen und die Erhöhungen der Pensionskassenansprüche zwischen 1996 und 2005 mit einem Anteil von 25% einen relativ konstanten Beitrag an der Vermögensbildung privater Haushalte.

Die in den letzten zehn Jahren getätigten Finanzinvestitionen beeinflussten auch die aktuelle Zusammensetzung des Geldvermögens zum Jahresultimo 2005: Die Ansprüche gegenüber Investmentfonds, Versicherungen und Pensionskassen erreichten einen Anteil von 31% am Geldvermögen (1995: 20%). Parallel dazu ging die Bedeutung der Banken seit 1995 mit einer Reduktion des Anteils um 14 Prozentpunkte auf 54% zurück.

Die aktuellen Daten zur Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung sind im Internet unter statistik.oenb.at verfügbar. Detaillierte Analysen zu allen volkswirtschaftlichen Sektoren sind in der Sonderpublikation "Finanzvermögen 2005" enthalten, welche Mitte Juli 2006 erscheinen wird.

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