Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Manche sind eben gleicher (von Michaela Geistler-Quendler)

Klagenfurt (OTS) - Die Schieflage ist nicht neu, aber darum nicht weniger desillu-sionierend: Spitzenunternehmen cashen Rekordgewinne ab, und die Arbeitnehmer schauen durch die Finger. Für die Löhne jener, die das System aufrechterhalten, fällt in Summe betrachtet nichts ab - ganz im Gegenteil, sie dürfen brav Steuern zahlen und zusehen, wie die Abkassierer unter den Unternehmen, die jeden Tropfen Energie ihrer Arbeitskraft aussaugen, auch noch steuerlich entlastet werden.

Die Einkommensschere zwischen den Mega-Abcashern und den Kleinverdienern nimmt stetig zu. Österreich eine florierende "Firma", wie Finanzminister Grasser den Staat immer verstanden haben wollte steht auf der einen Seite; ein langsam an Substanz verlierendes soziales Gebäude, in dem Armut sich ihren Weg bahnt, auf der anderen.

Und so ganz nebenbei müssen sich Menschen, die ihren Lebensunterhalt kaum bestreiten können, täglich und nicht nur im Fall der Bawag anhören, wie Top-Manager ihre reiche Ausbeute mit "unternehmerischer Verantwortung" rechtfertigen. Ob sie diese wahrnehmen oder nicht, hat für sie wenn überhaupt geringfügige Konsequenzen. Nicht so für Arbeitnehmer, die jeder Fehler den Job kosten kann. Doch daran etwas zu ändern ist nicht im Interesse der schwarzen Unternehmerpartei in der Regierung.

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