Dürnsteiner Barock-Juwel in Gefahr

Wien (OTS) - Wer kennt es nicht, das berühmte Barock-Schlössl in Dürnstein? Es prangt auf jeder Etikette der Freien Weingärtner Wachau und ist ein Wahrzeichen der Wachau.

Propst Hieronymus Übelbacher, der große Barockbauherr Dürnsteins, hat es erbauen lassen, als Refugium für kreative Nachdenkpausen und natürlich fürs Gesellige. Niemand geringerer als Jakob Prandtauer hat es geplant. Schon der Standort ist einzigartig: Am Fuße der weltberühmten Spitzenlage "Dürnsteiner Kellerberg" - von wo auch der Staatsvertragwein des Leopold Figl stammt. Seine Blick-Pracht in der Dürnsteiner Ebene wurde in den vergangenen Jahrzehnten durch Wirtschaftsgebäude eingeschränkt. Heute kann das Wachauer Barockjuwel nur mehr von wenigen Stellen in der Ebene aus bewundert werden. Doch auch das soll sein Ende haben, zumindest wenn es nach den Plänen von bauwütigen Politikern geht. Diese wollen den Bau einer weiteren öffentlich geförderten Siedlungsanlage mitten in eine wesentliche Blickachse auf das Barockjuwel zulassen.

Dabei wurde erst vor wenigen Jahren die Ostansicht von Dürnstein, einer der schönsten Kleinstadtsilhouetten Mitteleuropas, mit Siedlungsbauten nachhaltig beschädigt: Der Besucher Dürnsteins kann dazu im Denkmalpflege-Buch des Herrn LH Dr. Pröll (Wachau Unesco Weltkulturerbe S 24) lesen: "schwerste Schädigung des Stadt- und Landschaftsbildes sowie schwerste Bausünde seit 1945, die auch mit Wohnbauförderungsmittel des Landes ohne Bindung an die Interessen des Landschaftsschutzes gebaut wurde".

Öffentliches Förderungswesen kann nicht bizarrer sein: Derzeit wird das Innere des Barockjuwels generalsaniert. Öffentlich wird um Spenden- und Sponsorengelder geworben. Dabei unterstreicht man die Bekanntheit des Barockjuwels "weit über die Grenzen Österreichs" hinaus. Auch dem Herrn LH Dr. Erwin Pröll war die Bewahrung dieses Juwels eine namhafte Summe wert. Doch just aus Förderungsquellen des Landes kommen jedoch die Wohnbauzuschüsse, die die optische Verbauung des Barockjuwels ermöglichen sollen. Dabei gäbe es nicht unweit in Unterloiben ausreichend Platz für Siedlungsbau und auch in Dürnstein selbst stehen zahlreiche Häuser leer. Voraussetzung wäre nur, dass lokale Politiker mit Überzeugungsarbeit auch aktive und nachhaltige Grundstückpolitik im Sinne der Denkmalpflege betreiben. Rasches Umdenken und Handeln sind hier gefordert.

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RA Dr. Gottfried Thiery
Obmann der Gesellschaft der Freunde Dürnsteins
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