AK-Studie (2): Berufliche Mobilität wird immer teurer

AK Kärnten fordert rasche Steuerentlastung für Pendler

Klagenfurt (OTS) - Das berufsbedingte Pendeln stellt für die Arbeitnehmer in Kärnten eine enorme finanzielle Belastung dar. Die Fahrtkosten steigen stärker als die Einkommen. Besonders teuer ist die Fahrt mit dem eigenen PKW. Und viele teilzeitbeschäftigte Frauen arbeiten fast nur für das Auto. Das ergab die Pendleranalyse der Arbeiterkammer Kärnten.

Laut Konsumerhebung 2004/2005 entfallen in Kärnten 16,8 Prozent der Haushaltsausgaben auf den Verkehr. Damit muss den Kärntnern ihre berufliche Mobilität mehr wert sein als dem Durchschnittsösterreicher mit 16,1 Prozent.

Der private Autokostenindex stieg seit 1995 um fast 25 Prozent, die Bahntarife um 23 Prozent, die allgemeine Preisentwicklung hingegen nur um rund 13 Prozent. Die realen Nettoeinkommen sind seit 1995 hingegen durchschnittlich um 2,8 Prozent gesunken. "Damit müssen die Arbeitnehmer einen immer größeren Teil ihres Einkommens allein für den Weg zur Arbeit aufwenden", weist AK-Präsident Günther Goach auch auf die Folgen der hohen Treibstoffpreise hin.

Die Preise für Benzin und Diesel sind in den letzten drei Jahren um bis zu 40 Prozent gestiegen. Bei einer Strecke von 75 Kilometern ergibt es für einen Berufspendler Mehrkosten von über 800 Euro für Tanken im Jahr. Wer täglich rund 20 Kilometer zum Arbeitsplatz pendelt, muss 200 Euro mehr für Treibstoff ausgeben.

Auch die Tarife für die öffentlichen Verkehrsmittel werden laufend teurer. Erst im Jänner wurden die Preise für Monats- und Jahreskarten der ÖBB um über vier Prozent erhöht. Die Preissteigerungen schlagen sich je nach Strecke bis zu 112 Euro pro Jahr und Person nieder.

Trotzdem ist die tägliche Fahrt zum Arbeitsplatz mit dem PKW ungleich teurer als mit einem öffentlichen Verkehrsmittel. Die Kostenbelastung kann je nach Strecke bis zum Achtfachen einer Jahreskarte für Bahn oder Bus betragen.

Wie die Arbeiterkammer Kärnten errechnet hat, verursacht die tägliche Fahrt mit einem Auto von St.Veit nach Klagenfurt und retour (40 Kilometer) Jahreskosten in der Höhe von 1.936 Euro (ohne Wertverlust). Die Jahreskarte für die Bahn kostet 612 Euro und ist damit um zwei Drittel billiger als der PKW. Wird auch der Wertverlust des Autos einkalkuliert, dann kommt das Pendeln mit dem PKW mit 3.678 Euro sogar sechsmal teurer als das Bahnfahren.

Laut Pendleranalyse der Arbeiterkammer Kärnten fahren fast gleich viele Frauen wie Männer mit dem Auto zur Arbeit. Hauptgrund ist die notwendige Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Weil fast die Hälfte der Kärntner Arbeitnehmerinnen Teilzeit arbeitet oder nicht ganzjährig beschäftigt ist, erreichen viele Frauen ein Jahreseinkommen, das unter der Armutsgrenze liegt. Trotzdem müssen sie die steigenden Kosten für den Weg zur Arbeit aufbringen.

"Die Ergebnisse der AK-Studie zeigen, wie wichtig es war, dass der Vertrag zwischen dem Land Kärnten und der AK über die Weiterführung der Arbeitnehmerförderung erneuert worden ist. Damit sind die Förderungen in bestehender Höhe und damit finanzielle Entlastungen für die Kärntner Arbeitnehmer in dieser Legislaturperiode auf jeden Fall sichergestellt", betont Präsident Günther Goach.

Die Arbeiterkammer Kärnten verlangt von der Bundesregierung offensive Maßnahmen zur Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs. Für die Arbeitnehmer muss es echte Alternativen zum Pkw geben, die den geänderten Arbeitszeiten und den Anforderungen zur beruflichen Flexibilität Rechnung tragen. Zur kurzfristigen Entlastung der Arbeitnehmer fordert die AK steuerliche Maßnahmen wie die Erhöhung des amtlichen Kilometergeldes von 38 auf 42 Cent, die weitere Angebung des Pendlerpauschales um 15 Prozent, die Erhöhung der Negativsteuer von 110 auf 220 Euro sowie den Wegfall der Umsatzsteuer auf die Mineralölsteuer.

Die vollständige Pendler-Analyse der AK Kärnten finden Sie unter
http://www.kaernten.arbeiterkammer.at

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