Die Kultusgemeinde trauert

Wien (OTS) - Mit Hubertus Czernin verliert die Israelitische Kultusgemeinde einen bedeutenden Freund und ganz Österreich einen außergewöhnlichen Menschen. Kein anderer Publizist hat die Trendwende in der Auseinandersetzung mit Österreichs nationalsozialistischem Erbe so nachhaltig geprägt wie er: vom publizistischen Anstoß zur Waldheim Affäre des Jahres 1986, die für das historische Selbstverständnis einer ganzen Generation entscheidend war, über die im "Standard" veröffentlichte Artikelserie zum Kunstraub, mit der er 1998 die heimische Restitutionsdebatte eröffnet hat, bis zu der in seinem eigenen Verlag herausgegebenen Bibliothek des Raubes, zu der er selbst mit seinen beiden 1999 erschienen Büchern über den Fall Bloch-Bauer den gedächtnispolitisch wichtigsten Beitrag geleistet hat. Hubertus Czernin hat stets akribisch genau recherchiert, präzise analysiert und sachlich berichtet. Seine Zivilcourage war für viele NS-Geschädigte in aller Welt eine Ermutigung. Nachdem er sich schon in den letzten Jahren aufgrund seiner schweren Krankheit beinahe zur Gänze aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, ist Hubertus Czernin nun verstummt. Seine Stimme wird uns fehlen.

Dr. Ariel Muzicant, Präsident
Erika Jakubovits, Exekutiv Direktor des Präsidiums
Anlaufstelle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien für jüdische NS-Verfolgte

Rückfragen & Kontakt:

Israelitische Kultusgemeinde
Erika Jakubovits
Tel: 531 04-102, E-Mail: e.jakubovits@ikg-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | IKG0001