Prammer zu Enzenhofer-Vorschlag: Objektivierungsgesetz nicht außer Kraft setzen

Wien (SK) - Als untragbar qualifiziert die Zweite Präsidentin des Nationalrates, Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer den Vorschlag des Oberösterreichischen Landesschulratspräsidenten Fritz Enzenhofer, ab kommenden Herbst bei der Einstellung männliche Lehrer zu bevorzugen bis eine 50:50 Quote bei LehrerInnen der Volks- und Hauptschule erfüllt sei. Es sei zwar Realität, dass LehrerInnen an Volksschulen zu fast 90 Prozent und an Hauptschulen zu 60 Prozent Frauen sind, doch ein außer Kraft setzen des Objektivierungsgesetzes sei nicht zulässig. "Frauen müssen zum Zug kommen, wenn sie besser qualifiziert sind als ihre männlichen Mitbewerber", sagte Prammer am Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Enzenhofers Vorstoß sei lediglich dazu angetan, vom Versagen der Bundesregierung in der Bildungspolitik abzulenken, welche die Jugend immer mehr in Gefahr bringe nicht jene Zukunftschancen zu bekommen die eine moderne Schule eröffnet. Das Versagen der Regiering sei offensichtlich. So bewirke der von der Regierung verursachte massive Stellenabbau zusätzlich zu den sinkenden Schülerzahlen aus geburtenschwachen Jahrgängen, dass derzeit ohnehin kaum junge LehrerInnen aufgenommen würden. Der Vorschlag Enzenhofers würde bedeuten, dass junge Lehrerinnen überhaupt keine Chance mehr bekommen, ihren Beruf jemals auszuüben, was ihnen vor Beginn der Ausbildung aber nicht gesagt worden ist. "Eine einseitige Bevorzugung männlicher Lehrer, die ja bereits bei der Ausbildung eine Minderheit bilden, ist im Sinne der Objektivierung nicht zu akzeptieren", sagte Prammer.

Prammer fordert stattdessen eine Senkung der KlassenschülerInnenzahlen, den Ausbau der Ganztagsschulen und die Einstellung von mehr LehrerInnen. Auch Projekte - etwa das phasenweise Abgehen von Koeduktion - müssen wieder forciert werden, denn damit werde im Unterricht die Möglichkeit eröffnet "Role-Models" für Buben und Mädchen zu entwickeln.

Zudem sei ein generelles Umdenken bei pädagogischen Berufen notwendig. Das gelte sowohl für die Wertigkeit dieser Berufe als auch für die Ausbildung und in der Folge für die Bezahlung. "PädagogInnen im Kindergarten- und Pflichtschulbereich müssen endlich auch eine universitäre Ausbildung erhalten. Das hebt die Qualität unserer Bildungseinrichtungen, aber auch den Wert dieses Berufsstandes in der Gesellschaft", sagte Prammer. Auch die Frage des geringen Verdienstes von PädagogInnen müsse gelöst werden. (Schluss) up/mm

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