Zusätzlichen Bedarf von 20.000 Patienten abdecken

Burgstaller: Tiefgreifende Umstrukturierung des Gesundheitswesens nötig / Kein Bettenabbau im stationären Bereich

Salzburg (OTS) - In den kommenden Jahren wird auch in Salzburg die Zahl der älteren Menschen deutlich stärker ansteigen. Mehr Menschen werden medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer ist in den vergangenen drei Jahrzehnten um zehn Jahre auf 76,5 Lebensjahre gestiegen, die der Frauen um acht Jahre auf 82,1. Die Lebenserwartung in Salzburg liegt zwischen 1,3 (Männer) und 1,7 (Frauen) Jahren über dem Bundesdurchschnitt. "Im stationären Bereich wird es daher zu keinem Abbau von Betten oder zu einer Schließung von Spitälern kommen. In der ambulanten Versorgung wird sowohl die Inanspruchnahme von Allgemeinmedizinern als auch von Fachärzten ansteigen. Die derzeitigen Angebote entsprechen nicht mehr ganz dem geänderten Bedarf: Insbesondere das Auftreten von chronischen Erkrankungen und mehrfachen Erkrankungen erfordert eine tiefgehende Umstrukturierung", erklärte Gesundheitsreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Mittwoch, 14. Juni, anlässlich der Enquete des Salzburger Landtages zum Thema

In Salzburg sei dieser Prozess mit dem Salzburger Strukturplan Gesundheit 2010 bereits eingeleitet worden. Ausgehend von einer fundierten Analyse des Bedarfs der Salzburger Bevölkerung wurde eine umfassende Änderung des Versorgungsangebots eingeleitet. Damit soll ein zusätzlicher Bedarf zugunsten von rund 20.000 Patienten, vornehmlich im fortgeschrittenen Alter, abgedeckt werden, informierte Burgstaller.

Insbesondere die stationären Leistungen zugunsten älterer Menschen werden ausgebaut: Mehr in der Inneren Medizin, in der Akutgeriatrie und Remobilisation, in der Neurologie, in der Orthopädie, in der Psychiatrie und in der Palliativversorgung. "Gerade bei älteren Menschen ist die wohnortnahe Versorgung wichtig. Derzeit ist der Süden des Landes unterversorgt. Ein Kernpunkt des Programms ist daher die Verlagerung von medizinischen Leistungen in der stationären und in der ambulanten Versorgung", machte die Gesundheitsreferentin deutlich.

Die Krankheitsbilder bei älteren Menschen machen einen häufigen Wechsel zwischen den Versorgungsebenen erforderlich. "Die Abstimmung zwischen den Spitälern, den niedergelassenen Ärzten, den Anbietern von Rehabilitation und Pflege kann noch weiter verbessert werden. Ein Beispiel dafür ist das geplante Projekt 'Diabetes disease management', das den vielen Diabetikern einen optimierte Betreuung bieten wird", so Burgstaller.

Gemeinsam mit der Caritas und mit dem Roten Kreuz wird im Norden und im Süden des Landes wohnortnahe Palliativbetreuung bereitgestellt. Durch die Umsetzung des Salzburger Strukturplanes Gesundheit wird die ambulante und stationäre Versorgung in Zukunft gut abgedeckt werden.

"Um diesen zusätzlichen Bedarf abdecken zu können, müssen Formen der Über- und Fehlversorgung abgebaut werden. Dies gilt insbesondere für die teure Apparatemedizin, aber auch für Geburtshilfe", ist Burgstaller überzeugt. Wegen der sinkenden Geburten benötigt Salzburg nicht mehr so viele Betten für Entbindungen.

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