Schaunig: "Jugendliche wollen nicht die Arbeitslosen von morgen sein"

Die heutige Pädagogische Tagung des SLÖ-Kärnten nahm SP-Chefin Gaby Schaunig neuerlich zum Anlass auf die verherende Bildungspolitik von Ministerin Gehrer aufmerksam zu machen

Klagenfurt (SP-KTN) - Seit Amtsantritt der Schüssel-Regierung wurden 220 Millionen Euro im Bildungsbereich gekürzt. Das bedeutet 5000 LehrerInnen und rund 100.000 Unterrichtsstunden weniger. Das Unterrichtsangebot wurde massiv zurückgenommen, der Förderunterricht gekürzt. Kein Wunder, dass die Unzufriedenheit bei SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen steigt.

Wohin die destruktive ÖVP-Bildungspolitik führt, beweist der alarmierende Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. Immer mehr Jugendliche in Kärnten habe keine abgeschlossene Ausbildung.

"Bildung ist der Schlüssel im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit, der sich mit Schönreden nicht finden lässt", so Gaby Schaunig. Jahrelanger Stillstand in der Bildungspolitik zeigt sehr deutlich, wie jugendfeindlich die Bundesregierungen agiert.
"Wem nichts anderes einfällt, als zwangsweise Fortbildungsprogramme für Lehrer zu verordnen, dem ist der politische Realitätssinn abhanden gekommen", ärgert sich Schaunig.

Was den Bildungsgrad der Bevölkerung betrifft, sind Tschechien, Slowenien und die baltischen Staaten bereits klar vor Österreich.

Für eine bessere Bildungspolitik
Bildung aus sozialdemokratischer Sicht ist als Bildung für alle Menschen zu verstehen. Die verschiedenen Formen des öffentlichen Bildungssystems müssen unabhängig von Herkunft und Einkommen allen zur Verfügung stehen. Bildung darf nicht zum Privileg bestimmter Gruppen werden. Das Vermögen der Eltern darf ebenso wenig eine Rolle spielen, wie die Muttersprache oder Lernschwierigkeiten. Die SPÖ hält auch daran fest, dass Bildung eine zentrale Aufgabe des Staates ist -Schule und Universität dürfen nicht dem freien Markt überlassen werden. Es ist Aufgabe der Gesellschaft, für die richtigen Bedingungen zu sorgen und die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Dabei ist es aber auch wichtig, auf einen sparsamen und zweckmäßigen Umgang mit den Mitteln zu achten.

Kindergarten als Bildungseinrichtung
Eine optimale Betreuung im Kindergarten ist der beste Start in eine chancenreiche Zukunft. Jedes Kind soll daher die Möglichkeit zum Besuch eines Kindergartens bekommen.
Besonders im letzten Jahr vor dem Schuleintritt ist der Besuch einer Kinderbetreuungseinrichtung aus pädagogischer Sicht sehr wertvoll. Kinder werden so spielerisch auf die Schule vorbereitet und entwickeln ihre sozialen, sprachlichen und motorischen Fähigkeiten. Aus diesem Grund wurde von der Sozialreferentin das Modell "Gratiskinderbetreuungsplatz" eingebracht. "Eltern, deren Kind eine Kinderbetreuungseinrichtung in dem Jahr vor der Schulpflicht besucht, wird das Land Kärnten mit einem monatlichen Beitrag unter Berücksichtung des Einkommens der Eltern, den Besuch für die Kindereinrichtung fördern", erklärte die SP-Vorsitzende am Freitag. "Durch die finanzielle Entlastung soll den Familien die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht werden. Ganz besonders alleinerziehende Mütter und Väter sollen entlastet werden", so Schaunig. Niedrige Gehälter, von AlleinerzieherInnen oder von Halbtagsbeschäftigten, müssen so nicht zu einem großen Anteil wiederum für die Kinderbetreuungseinrichtung genau für diese Arbeitszeit aufgebracht werden.
Die Öffnungszeiten sind den Bedürfnissen der Eltern anzupassen. Schon im Kindergarten soll gezielte Sprachförderung angeboten werden. Die Kindergartengruppen sollten 20 Kinder nicht überschreiten. KindergartenpädagogInnen sollen eine verbesserte Ausbildung erhalten - und zwar in den erst einzurichtenden "Hochschulen für Bildungsberufe", in denen alle Pädagogen ausgebildet werden sollen.

Für eine neue Schule in Österreich
Die Mängel der Schule von heute sind evident und schwerwiegend. Österreichs Schulsystem fördert kaum die individuellen Fähigkeiten der Schüler, es selektiert nicht nach ihren Stärken, sondern nach ihren schlechtesten Leistungen. Soziale Unterschiede schlagen sich in kaum einem anderen Land so deutlich in den Bildungsabschlüssen nieder wie in Österreich. Die SPÖ fordert daher eine Wende. Sie wird als Regierungspartei den Weg für eine andere, eine modernere, gerechtere und sozialere Schule öffnen. Dazu gehört der Ausbau von Ganztagsschulen, die Schülern, Lehrern und Eltern enorme Vorteile bringen. Die Ganztagsschule soll ein über den Tag verteiltes, attraktives Programm bieten und kostenlos sein. Um diese zu ermöglichen, soll der Bund eine Impulsfinanzierung setzen. Eltern soll der Rechtsanspruch auf ein ganztägiges schulisches Betreuungsangebot für ihre Kinder eingeräumt werden. Die Integration behinderter Kinder muss verstärkt werden, um zu "inklusiver Bildung", d.h. zu einem selbstverständlichen Miteinander, bei dem Verschiedenes im Gemeinsamen bestehen kann, zu kommen. Diese Inklusive Bildung soll gesetzlich verankert werden.

Berufliche Bildung forcieren
Die hohe Jugendarbeitslosigkeit gibt vielen Jungen einen schlechten Start ins Leben. In den letzten Jahren wurde in die Ausbildung der Jugendlichen viel zu wenig Geld investiert. Die SPÖ will darum eine Qualifizierungsoffensive für die Jugend starten: von genügend Hauptschulabschlusskursen über ausreichend Plätze in der Berufsausbildung bis zu den Grundlagen für eine ständige Weiterbildungsbereitschaft. Der Hauptschulabschluss muss jederzeit und kostenlos nachgeholt werden können. Außerdem müssen alternative Ausbildungsmöglichkeiten für jene, die an einer praxisorientierten Ausbildung interessiert sind, entwickelt werden. Derzeit werden Tausende Interessenten für einen Platz an einer berufsbildenden mittleren oder höheren Schule abgewiesen. Die SPÖ verspricht, anknüpfend an das große Schulbauprogramm der Ära Kreisky, den Bau neuer berufsbildender Schulen. Außerdem sollen neue Lehrberufe und Gruppenlehrberufe die Lehrausbildung attraktiver machen. "Schmalspur-Lehrberufe" wie Servierkraft oder Vorhangnäherin sind abzulehnen. Die Finanzierung der Lehrlingsausbildung soll in Zukunft mittels eines Berufsausbildungsfonds sichergestellt werden.

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