"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Wasser und Müll" (Von FRANK STAUD)

Ausgabe vom 10. Juni 2006

Innsbruck (OTS) - Während in Deutschland die Fußball-WM angepfiffen wird, die SPÖ die Scherben des Bawag-Skandals aufzukehren beginnt und Jörg Haider um seine letzte Chance kämpft, beginnt in Tirol das Finalspiel für drei zentrale Fragen:

Wasserkraft, Müll und Transit. Das Problem der Landespolitik ist, dass fast nur militante Gegner die Meinungshoheit innehaben.

Kraftwerksgegner Markus Wilhelm, Müllverbrennungsverhinderer Michael Riedl und Transitrebell Fritz Gurgiser setzen alle auf dasselbe Schema: Verhinderung! Gebetsmühlenartig versuchen sie uns einzutrichtern, dass Tirol keine neuen Wasserkraftwerke braucht, eine zentrale Müllverbrennungsanlage gesundheitsgefährdend und luftverpestend ist so wie der Brennerbasistunnel nur ein sinnloses Ablenkungsmanöver sei.

Wer Tirol von außen betrachtet, schüttelt nur noch den Kopf. Jedes andere Land würde jubeln, könnte es einen Schatz wie das Wasser zu Gold machen. Während der arabische Raum Europa via Erdöl erpresst, überlegen wir ernsthaft, ob es Sinn macht, unsere eigene Ressource Wasser bestmöglich zu nutzen und wertvollen Strom um teures Geld zu exportieren. Nur eine international wettbewerbsfähige Tiwag kann langfristig eigenständig, sprich in unserem Eigentum, bleiben.

Beim Müll versagte Tirol bisher total. Anstatt wie Bayern auf zentrale Verbrennungsanlagen zu setzen, hat unser Land eine Lösung so lange hinausgezögert, dass wir ab 2009 nur noch eine Möglichkeit haben: Müllexport. Alle anderen Varianten, wie eine mechanisch-biologische Anlage im Ahrental, sind zeitlich nicht mehr realisierbar und letztendlich die zweitbeste Lösung.

Es ist höchste Zeit, dass sich Tirol vorwärts entwickelt und die positiven Kräfte die Themenführerschaft übernehmen. Es geht um die Zukunft Tirols. Und diese darf nicht länger nur durch Verhinderung blockiert werden.

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