• 09.06.2006, 22:04:55
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"Kleine Zeitung" Kommentar: "Das deutsche Team hat die Freundschaft fast übertrieben" (von August Kuhn)

Ausgabe vom 10.06.2006

Graz (OTS) - Die Fußball-WM in Deutschland hat diesen Slogan: "Die
Welt zu Gast bei Freunden." Gleich im ersten Spiel gegen Costa Rica
hat sich das deutsche Team strikt daran gehalten. Zwar 4:2 gewonnen,
aber insgesamt war man nett zu den Gästen.

Es gibt allerdings noch eine Erklärung für das schwache Spiel der
deutschen Mannschaft: Sie hat nicht mehr drauf. Dass es sich
letztlich doch bequem mit zwei Toren Vorsprung ausgegangen ist, lag
daran, dass der Gegner eher von der schwächeren Sorte war.

Absolut in Bestform waren nur die Fans in der Münchner Arena. Sie
haben dafür gesorgt, dass von Beginn an der Funke von den Rängen auf
die Spieler überspringen konnte. Sie haben auch das Ausgleichstor der
Gäste "verkraftet" und haben nach der Pause die Mannschaft endgültig
zu den ersten drei Punkten in diesem WM-Turnier getrieben. Richtig
entspannt waren die 70.000 aber erst, als der Schiedsrichter dieses
Match abgepfiffen hat.

Eröffnungsspiele sind immer schwierig. Niemand weiß genau, wo er
wirklich steht. Deutschland weiß das auch jetzt noch nicht. Die
Auslosung wollte es, dass Deutschland mit dem Team aus Costa Rica
vermutlich den schwächsten Gruppengegner zum Aufwärmen gezogen hat.

Jetzt kommen die Partien gegen Polen und Ecuador auf das
Gastgeberland zu. Da wird es sicher schwieriger und ein Sieg ist noch
nötig, um zumindest als Gruppenzweiter weiter zu kommen. Außerdem
gibt es die "Baustelle" Michael Ballack. Der Kapitän war gestern
nicht im Aufgebot, obwohl er trotz seiner Wadenverhärtung spielen
wollte. Teamchef Jürgen Klinsmann war anderer Meinung und ist stur
geblieben. Jetzt wird es darauf ankommen, ob Ballack und Klinsmann
wieder den Draht zueinander finden. Denn wie es sich gezeigt hat, war
es schon gestern gefährlich, auf den Spielmacher zu verzichten.

Das Fazit für WM-Veranstalter Deutschland: Bis Mittwoch, wenn es in
Dortmund gegen Polen geht, ist die Fußballwelt zwar nicht heil, aber
die Stimmung im Land ist gerettet. Das ist nicht unwichtig,
schließlich ist Fußball ein Spiel, bei dem es um sehr viel Geld geht.
Eine Studie einer englischen Universität behauptet, dass bei einem
Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Achtelfinale deutsche
Aktionäre mehr als zwei Milliarden Euro verlieren könnten. Und ganz
gemein: Umgekehrt ist da nichts zu machen.

In zwei Jahren hat Österreich das Eröffnungsspiel bei der Euro 2008.
Ein 4:2-Sieg wäre herrlich. Egal, wer sich zur Verfügung stellt. ****

Rückfragehinweis:
Kleine Zeitung
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Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
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