"profil": Bawag verschob heimlich Schulden von insgesamt 1,5 Milliarden Euro an ÖGB

Selbst bei Verkauf des Instituts droht Überschuldung - ÖGB-Finanzchef Schneider: "Es geht ums Überleben"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, steht der Österreichische Gewerkschaftsbund bei seiner Tochter Bawag weit tiefer in der Kreide als bisher angenommen. Die von Tageszeitungen Ende der Vorwoche beschriebenen Karibik-Verluste über 230 Millionen Euro seien lediglich ein Bruchteil der tatsächlichen Verbindlichkeiten. Tatsächlich schuldet der ÖGB der Bank über seine Holdinggesellschaft AVB 1,5 Milliarden Euro. Dies geht aus dem Konzernlagebericht zur Bawag-Bilanz 2005 hervor. ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider gegenüber "profil": "Es ist richtig, dass bei der Bawag Verbindlichkeiten in dieser Höhe bestehen. Und es ist auch richtig, dass der ÖGB diese Schulden bedienen muss." Zusammen mit den Verbindlichkeiten gegenüber der Bayerischen Landesbank aus dem Bawag-Rückkauf 2004 in der Höhe von 300 Millionen Euro hat der ÖGB damit derzeit Bankschulden von 1,8 Milliarden Euro. Diesen stehen - mit Ausnahme der Bawag selbst -keine nennenswerten Vermögenswerte mehr gegenüber. Selbst bei einem erfolgreichen Verkauf der Bawag droht der ÖGB auf Schulden sitzen zu bleiben, die Überschuldung droht. Schneider dazu: "Es geht ums Überleben."

Die Herkunft der Schulden bleibt indes mysteriös. Anlässlich der Fusion von Bawag und Postsparkasse war der gesamte Bankbetrieb der Bawag am 8. September 2005 ausgelagert worden, in der alten Bawag (heute AVB) verblieb neben den weitgehend wertlosen Karibik-Wertpapieren auch eine "Verrechnungsverbindlichkeit" gegenüber der P.S.K. in der Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Die Transaktionen diente laut "profil" jedenfalls dem Zweck, das Eigenkapital der Bank auf Kosten des ÖGB zu verbessern. ÖGB-Finanzchef Schneider: "Man hat dem ÖGB damals Schulden umgehängt, die eigentlich der Bawag zuzurechnen waren." Die Aufarbeitung gestalte sich allerdings schwierig, da die "heute verantwortlichen Personen im ÖGB nichts mit diesen Vorgängen zu tun hatten."

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