AK: Wirtschaft gewinnt durch Weiterbildung ihrer Beschäftigten

AK Veranstaltung über Weiterbildung und Produktivität: Wer sich weiterbildet, kann mehr verdienen und fördert die Wirtschaft, beweist britische Forscherin

Wien (OTS) - Weiterbildung steigert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von ArbeitnehmerInnen doppelt so stark wie deren Löhne, berichtete heute auf einer AK Veranstaltung in Wien die britische Bildungswissenschafterin Lorraine Dearden. Sie ist Professorin an der University of London und am Londoner Institute of Fiscal Studies. Grundlage ihres Berichts ist eine Untersuchung, wie durch Weiterbildung die Produktivität im Betrieb steigt, also die Wirtschaftsleistung pro Beschäftigtem. Die stärksten Produktivitätsgewinne ergeben sich bei 35 bis 44-Jährigen, dicht gefolgt von weiterqualifizierten ArbeitnehmerInnen über 45 Jahren. "Das bestärkt unsere Forderung nach Förderung der Weiterbildung gerade auch der Älteren", sagte auf der Veranstaltung die stellvetretende AK Wien-Direktorin Johanna Ettl. Sie fordert die Wirtschaft auf, mehr in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zu invesitieren. Impulse müssen auch vom Bund kommen - durch 100 Millionen Euro Förderung für ArbeitnehmerInnen, die sich ihre Weiterbildung selbst zahlen müssen, durch ein Recht auf Zeit für Weiterbildung und durch Verbesserungen der Bildungskarenz.

Lorraine Dearden hat für ihre Untersuchung die Längsschnittdaten aus dem britischen Labour Force Survey und dem Annual Census of Production für die Jahre 1983 bis 1996 analysiert. Als erste Bildungsforscherin interessierte sie sich dabei für die Produktivitätsgewinne durch Weiterbildung, zusätzlich zu den Lohnsteigerungen für weiterqualifizierte ArbeitnehmerInnen. Die Produktivitätssteigerungen sind doppelt so hoch wie die Lohnsteigerungen, lautet das verblüffende Ergebnis. Dabei bringt die Weiterbildung von zusätzlich 5 Prozent der Beschäftigten 4 Prozent mehr Produktivität. Am stärksten steigt die Leistungsfähigkeit der weiterqualifizierten ArbeitnehmerInnen in der Altersgruppe der 35 bis 44-Jährigen, aber auch Ältere Weiterqualifizierte bringen mehr Leistung.

"Wenn die österreichische Wirtschaft noch ein Argument braucht, um endlich mehr in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zu investieren:
Hier ist es", schlussfolgert die stellvertretende AK Wien-Direktorin Johanna Ettl aus Deardens Studienergebnissen. "Bildung ist der wichtigste Rohstoff in einem sonst eher rohstoffarmen Land wie Österreich. Damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Wirtschaft in unserem Land international nicht ins Hintertreffen geraten, müssen Wirtschaft und Bundesregierung mehr in die Weiterbildung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer investieren."

Die Wirtschaft muss mehr für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten tun, fordert Ettl. Und die Bundesregierung muss jene ArbeitnehmerInnen unterstützen, die mit privat finanzierter Weiterbildung laut Dearden doppelt so viel für die Wirtschaft tun wie für ihre eigene Lohnsteigerung. Die AK fordert 100 Millionen Euro Förderung für ArbeitnehmerInnen, die sie sich privat weiterbilden. Unbedingt nötig ist ein verbessserter Zugang zur Bildungskarenz. Weiters muss endlich die EU-Empfehlung eines Rechts auf jährlich 35 Stunden Weiterbildung in der bezahlten Arbeitszeit umgesetzt werden.

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