Cap: Generation der Idealisten hat an der Macht positive Rolle gespielt

Buchrezensionen in der Zukunftswerkstätte

Wien (SK) - "Die Generation der Idealisten hat an der Macht eine positive Rolle gespielt", befand Josef Cap, geschäftsführender Klubobmann der SPÖ, am Donnerstag bei einer Buchbesprechung in der Zukunftswerkstätte. Er rezensierte das Werk "Idealisten an der Macht, die Passion des Joschka Fischer" von Paul Beckmann, das er eher negativ bewertete. Neben Cap rezensierten die Journalistin Anneliese Rohrer, die Soziologin und Redakteurin Stephanie Kiessling sowie Manfred Lang, Journalist und Leiter des Friedrich Austerlitz-Instituts für Journalistenausbildung, aktuelle Bücher. ****

Cap kritisierte, dass das Buch von Beckmann, das zahlreiche Persönlichkeiten aus der 68er-Generation charakterisiere, sehr unsystematisch geschrieben sei. Für ihn als Zeitzeugen sei dies jedenfalls nicht sehr wertvoll. Anders bewerteten Kiessling und Lang "Idealisten an der Macht, die Passion des Joschka Fischer". Für Kiessling, die die Zeit nicht miterlebt hat, ist das Werk durchaus aufschlussreich.

Für heftige Diskussonen sorgte ein Buch von Francis Fukuyama mit dem Titel "Scheitert Amerika?". Rohrer gestand dem Werk zu, Wissensfragen, insbesondere über den amerikanischen Neokonservatismus, verständlich zu beantworten. Diese Politik gehe davon aus, dass die USA von sich aus gut seien, interpretierte Rohrer. Ihr erschien es als bedeutsam, dass der Autor Wert darauf lege, dass das Prinzip des Regimewechsels integraler Bestandteil des Neokonservatismus sei. Rohrer bedauerte, dass die USA keine Geduld für langfristige politische Prozesse hätten.

Cap befand den Titel des Buches als falsch gewählt. Er ist sich jedoch sicher: "Für Amerika sprechen die Neokonservativen schon lange nicht mehr." Cap hat vielmehr den Eindruck, dass "die wahren Motive der amerikanischen Außenpolitik, etwa auf der Ebene der Energieversorgung durch Erdöl im Nahen Osten, ganz einfach ein ideologisches Häubchen aufgesetzt bekommen." Moralisch hätten sich die USA durch Guantanamo und Abu Graib schon längst diskreditiert-und China würde sie mittlerweile ökonomisch schon mit ihren eigenen Waffen schlagen.

Kiessling fokussierte ihren Kommentar zu Fukuyamas Buch auf die Rolle der USA als guter Hegemon und fragte daher: "Warum, bitte, sollten sie dieses Selbstbild aufgeben?" (Schluss) re

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