Bauarbeiter durch falsche Abrechnung um Millionen geprellt; erfolgreiche AK-Klage - Nachzahlungen einfordern!

Linz (OTS) - Rund 50.000 oberösterreichische Bauarbeiter haben in den vergangenen zwei Jahren durch falsche Abrechnungen um insgesamt fünf Millionen Euro zu wenig bezahlt bekommen. Das bestätigt ein rechtskräftiges Urteil des Oberlandesgerichts Linz. Die Arbeiterkammer hatte geklagt. Nachzahlungsansprüche können für die letzten sechs Monate geltend gemacht werden.

Vor zwei Jahren wurde im Kollektivvertrag (KV) für die Arbeiter des Baugewerbes und der Bauindustrie generell ein Taggeld für Tätigkeiten auf Baustellen in Höhe von 8,50 Euro vorgesehen. Als "Gegenleistung" dafür wurde den meisten Bauarbeitern der über dem KV liegende Stundenlohn von den Dienstgebern gekürzt.

Da jedoch Bauarbeiter im Krankenstand, an Feiertagen und an jenen Tagen, an welchen sie nicht auf Baustellen, sondern im Betrieb tätig sind, kein Taggeld erhalten, darf an diesen Tagen der Stundenlohn nicht durch Anrechnung des Taggeldes gekürzt werden. Das hat nun das Oberlandesgericht Linz in zweiter Instanz rechtskräftig entschieden. Die Arbeiterkammer hatte im Auftrag eines Betriebsrates eine Feststellungsklage eingebracht.

Weil die Baufirmen dies bisher nicht berücksichtigt haben, ist durch die unrichtige Auslegung des Kollektivvertrages den Bauarbeitern ein großer Schaden entstanden. Die Bauunternehmungen müssen daher nun diese unberechtigten Lohnkürzungen beenden und die Lohndifferenzen nachbezahlen. Nachzahlungsansprüche können allerdings nur für die letzten sechs Monate geltend gemacht werden.

Betroffen sind in Oberösterreich rund 50.000, in Österreich insgesamt rund 270.000 Bauarbeiter. Im Durchschnitt wird die Nachzahlung rund 100 Euro pro Bauarbeiter ausmachen.

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