RECHTE von alten und behinderten Menschen

EU-Konferenz verabschiedet DEKLARATION VON GRAZ

Wien/Graz (OTS) - Im Rahmen und im Auftrag der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft organisierten europäische Netzwerke und österreichische Dachverbände von 8.-9. Juni in Graz eine internationale Konferenz zum Thema "Alter und Behinderung".

"Heutige und zukünftige Europäische Gesellschaften sind durch einen rapide steigenden Anteil an alten Menschen gekennzeichnet. Gleichzeitig ist seit einigen Jahrzehnten quer durch Europa ein anhaltender Rückgang in den Geburtenraten zu beobachten. Europa steht somit vor ökonomisch-finanziellen Herausforderungen!" betonte Univ.-Prof. Dr. Germain Weber, Präsident der Lebenshilfe Österreich, bei der Präsentation der Deklaration von Graz. "Bringen wir Finanzmittel für Unterstützungs- und Pflegeleistungen für ältere und/ oder behinderte Menschen überhaupt noch auf und können wir vertraute Pensionssysteme in diesem Szenario noch länger halten? Eine bisher nicht berücksichtigte Altengruppe stellen Menschen mit lebenslangen Behinderungen und Menschen mit intellektueller Behinderung dar", erläuterte Weber die Problemstellung.

Großer Handlungsbedarf!

Grundsätzlich ist festzustellen, dass 15 Millionen alternde Menschen im Laufe der nächsten 15 Jahre behindert und 10 Millionen behinderte Personen in diesem Zeitraum alt werden.
Europa steht im Bezug auf die Thematik "Alter und Behinderung" erst am Anfang eines Lernprozesses und setzte heute mit Verabschiedung der Deklaration von Graz einen ersten wichtigen Schritt in eine Richtung, die für eine europäische Zukunft wegweisend sein soll.
Weber: "Wir sind zuversichtlich, dass die Ergebnisse dieser Konferenz für konstruktive Verhandlungen und Weiterentwicklung für ältere und hochbetagte Menschen mit Unterstützungsbedarf - ob von Kind auf behindert oder erst spät im Leben mit Einschränkungen und Behinderung konfrontiert - und deren natürliche wie auch professionelle Unterstützer und Pfleger in Österreich auf Bundes- wie auch auf Landesebene fruchtbar gemacht werden können."

Auszüge aus der Deklaration von Graz

Alle alten Menschen mit Behinderung sowie behinderte Personen, die alt werden, sind gleichberechtigte europäische Bürger, die mit Rechten ausgestattet sind. Das hohe Risiko unterschiedlicher Arten von Diskriminierung (vor allem im Zusammenhang mit institutionellen Rahmenbedingungen) wie Vernachlässigung, Verarmung, Vereinsamung oder Missbrauch von alten Menschen mit Behinderung sowie von Personen mit intellektueller Behinderung, die alt werden, muss beseitigt werden.

Soziale Inklusion und Partizipation sollen verstärkt unterstützt werden. Dazu gehört auch die Zugänglichkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien. Auch Zugänglichkeiten zur Gesundheit und sozialen Dienstleistungen sollen verbessert werden. Schlüsselelemente sind in jedem Falle Autonomie und freie Wahlmöglichkeiten. Pflegende oder assistierende Angehörige, die bisher noch ein Schattendasein hegen, sollen verstärkt Rechte bekommen (zum Beispiel das Recht auf Weiterbildung).

Die vollständige Version der Deklaration von Graz ist ab Juli 2006 in unterschiedlichen europäischen Sprachen auf der Kongresshomepage abrufbar: www.ageing-and-disability.com
Um einen möglichst barrierefreien Informationszugang anzubieten, wird die Deklaration auch in eine LEICHTER LESEN - Version übersetzt (August/ September 2006).

Ihre Ansprechpartner zum Thema:

Univ. Prof. Dr. Germain Weber
Präsident der Lebenshilfe Österreich, Vizepräsident der ÖAR Mail: germain.weber@univie.ac.at
Tel.: 0699/ 192 553 04

Franz Wolfmayr
Präsident des Dachverbandes "Die Steirische Behindertenhilfe", Vizepräsident EASPD
Mail: franz.wolfmayr@chanceb.at
Tel.: 0664/ 60 40 91 82

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Albert Brandstätter
Geschäftsführer der Lebenshilfe Österreich
geschaeftsfuehrung@lebenshilfe.at
Tel.: 0664/ 81 64 801

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