Gesundheitsbericht 2004: Anstieg der Lebenserwartung in Wien

Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen seit 1980 um 55 Prozent verringert

Wien (OTS) - Positive Geburtenbilanz, Anstieg der Lebenserwartung, verringerte Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen, drastischer Anstieg von Lungenkrebs bei Frauen, hohe Raucherprävalenz unter Jugendlichen - das sind nur einige Ergebnisse des 500 Seiten starken Wiener Gesundheitsberichtes 2004. Der Bericht bietet umfassende Daten aus den Bereichen Demographie, Epidemiologie, Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie Gesundheitsvorsorge. Der neue Gesundheitsbericht steht für alle Interessierten kostenlos im Internet unter www.wien.at/who/downloads.htm zum Download zur Verfügung.****

"Der in den vergangenen Jahren beobachtete positive Trend im Gesundheitszustand der Wiener Bevölkerung setzt sich fort. Erfreulich ist die deutliche Steigerung der Lebenserwartung der WienerInnen und die Verringerung der Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Der Bericht zeigt aber auch Problemfelder auf, die wir mit gezielten Initiativen zur Gesundheitsförderung in Angriff nehmen werden", betont Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner.

Geburtenbilanz, Lebenserwartung, Sterblichkeit

Mit 16.856 Lebendgeborenen kam es 2004 in Wien erstmals seit 1941 zu einer positiven Geburtenbilanz (+873) sowie zu einem deutlichen Rückgang der Sterbefälle (historischer Tiefstand). Auch die durchschnittliche Anzahl der Kinder pro Frau ist seit 2002 in Wien deutlich gestiegen und betrug 2004 1,42.

Die Lebenserwartung in einer Bevölkerung gilt als globaler Indikator für Gesundheit und soziale Sicherheit. Die Lebenserwartung in Wien stieg auf 81,3 Jahre (Frauen) bzw. 75,7 Jahre (Männer). Auch die Sterblichkeit verringerte sich in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich: Zwischen 1980 und 2004 sank die Sterblichkeit um 40 Prozent. Vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (- 55 Prozent) und Krebserkrankungen (- 18 Prozent) sind deutliche Verbesserungen zu verzeichnen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind allerdings nach wie vor die Haupttodesursache der Wiener Bevölkerung: 2004 wurde bei fast der Hälfte (46 Prozent) der rund 16.000 verstorbenen Wienerinnen und Wiener als Todesursache eine Herz-Kreislauf-Erkrankung (vor allem Herzinfarkt) angegeben.

Als wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt vor allem der Lebensstil, darunter insbesondere das Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes und Übergewicht. Auch psychosoziale Belastungen und körperliche Inaktivität erhöhen das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Brauner: "Durch das sehr gute medizinische Angebot in den Wiener Spitälern und unsere Präventionsanstrengungen konnte die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich verringert werden. Diese Erkrankungen sind aber noch immer Todesursache Nummer eins und müssen daher weiter mit aller Kraft bekämpft werden. Die Stadt Wien wird ihre Initiativen zur Reduktion der Risikofaktoren wie z.B. 'Ein Herz für Wien' in den kommenden Jahren weiterführen und intensivieren."

Am zweithäufigsten werden von der Mortalitätsstatistik Krebserkrankungen genannt - mehr als jeder vierte Todesfall (27 Prozent) ist auf Krebs zurückzuführen. Für beide Geschlechter stellen bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane (vor allem Darmkrebs) mit jeweils etwa einem Drittel mit Abstand die häufigste Lokalisationen dar. An zweiter Stelle folgt bei den Frauen Brustkrebs (19 Prozent), bei den Männern bösartige Neubildungen der Atmungsorgane (vor allem Lungenkrebs). Zu den häufigsten Todesursachen zählen in weiterer Folge Krankheiten des Verdauungssystems und des Atmungssystems sowie Ernährungs- und Stoffwechselerkrankungen.

Gesundheitsförderung in Wien

Zu den wichtigsten Lebensstil- bzw. Risikofaktoren zählen Rauchen, Alkohol, Ernährung und Bewegung. Das Wiener Gesundheitsamt führt jedes Jahr 6.000 bis 7.000 Vorsorgeuntersuchungen durch und wertet die Ergebnisse nach Diagnosen, Geschlecht, Alter und Bildungsschicht aus. Die Ergebnisse zeigen, dass lebensstilbedingte Störungen, wie erhöhte Blutfettwerte (und damit erhöhte Risikofaktoren für Arteriosklerose) sowie Übergewicht, Leberzellschäden und pathologische Lungenfunktion die häufigsten Diagnosen darstellen. Mehr als ein Viertel der untersuchten Wienerinnen und Wiener weist einen Body-Mass-Index (BMI) über 27 auf. Männer sind dabei in allen Altersgruppen und Bildungsschichten stärker von Gewichtsproblemen betroffen als Frauen.

Die Stadt Wien bietet für die Bevölkerung umfangreiche Präventionsangebote an wie z.B. Elternberatungsstellen, Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen, Impfberatung und Impfungen, Gesundenuntersuchungen, telefonische Beratung am Wiener Gesundheitstelefon, persönliche Beratung im Rahmen der Wiener Gesundheitsberatung, das Herz-Kreislauf-Präventionsprogramm "Ein Herz für Wien" oder auch spezielle Initiativen für Mädchen und Frauen (Beratung bei Essstörungen, Schwangerschaft, Brustkrebsvorsorge u.v.m.). Beratung und Information bieten auch zwei Frauengesundheitszentren (Semmelweisklinik, Kaiser-Franz-Josef-Spital) und ein Männergesundheitszentrum (Kaiser-Franz-Josef-Spital).

Darüber hinaus informieren zahlreiche Gesundheitstage im Wiener Rathaus jedes Jahr zu verschiedenen aktuellen Gesundheitsthemen, wie z.B: Übergewicht, Diabetes, Allergie und Asthma, Krebs, Frauengesundheit, Rauchen, Rheuma, etc.

Informationen über die Erreichbarkeiten und Öffnungszeiten der verschiedenen Anlaufstellen und Beratungseinrichtungen gibt es beim Wiener Gesundheitstelefon unter Tel. 533 28 28.

Risikofaktor Rauchen

2002 erkrankten insgesamt 3.406 Wienerinnen und 3.320 Wiener an Krebs (also jede 244. Wienerin und jeder 226. Wiener). Lungenkrebs ist bei Männern die dritthäufigste Krebsart (20 Prozent), bei Frauen schon die vierthäufigste (10 Prozent). Diese Zahlen stehen in engem Zusammenhang mit der Raucherprävalenz in der Bevölkerung. Vor allem immer mehr Jugendliche rauchen. Fast die Hälfte der Wiener Schülerinnen sowie über 30 Prozent der Wiener Schüler rauchen regelmäßig.

Die Verhinderung von Suchtverhalten (z.B. Rauchen) bei Kindern und Jugendlichen setzt bei der Persönlichkeitsentwicklung an. Kommunikation und Selbsteinschätzung, Umgang mit Stress und negativen Emotionen, Problemlösen sowie kreatives und kritisches Denken müssen gezielt gefördert werden, um Suchtverhalten zu vermeiden. Die Stadt Wien unterstützt Eltern und Schulen bei der Suchtprävention. Mit diesem Thema setzt sich u.a. das Gesundheitsförderungsprojekt "Wiener Netzwerk - Gesundheitsfördernde Schulen" auseinander. An dem Projekt nehmen schon insgesamt 46 Schulen teil. Weitere Präventionsprogramme, wie z.B. "Eigenständig werden", bietet das Institut für Suchtprävention (ISP) des Fonds Soziales Wien an. Informationen über die einzelnen Projekte des ISP in den Wiener Schulen gibt es unter Tel.: 4000/66715.

Beratung für RaucherInnen

Am Rauchertelefon unter 0810 810 013 bekommen Anrufer von Gesundheitspsychologen professionelle Information rund ums Nichtrauchen. Das Rauchertelefon ist täglich von 15 bis 18 Uhr besetzt. Die Betreuungsinhalte gehen von Infos zu Nikotinabhängigkeit und Gesundheitsrisiko bis hin zu erprobten Strategien zum Rauchstopp. Auf Wunsch rufen die Berater des Rauchertelefons nach dem Erstgespräch zu vereinbarten Terminen zurück, um eine längerfristige, persönliche Betreuung beim Rauchstopp zu bieten.

Ein weiteres Beratungsangebot für alle, die genug vom Rauchen haben, bietet die Wiener Gesundheitsberatung des Fonds Soziales Wien in der Guglgasse an. In ausführlichen Gesprächen werden für jede/n Einzelne/n passende Methoden zur Entwöhnung empfohlen (Infos unter Tel. 4000/66 730).

Raucherinformation gibt es auch in den Gesundheitsfürsorgestellen der MA 15, die generell Beratung in "Lungenfragen" anbieten (Infos unter Tel. 4000/80 15 oder im Internet unter http://www.wien.at/ma15/fuersorg.htm/ ). (Schluss) hir

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