HGPD-Kaske: "Bitte, kein Hütchenspiel mit Arbeitslosenzahlen!"

Der Wahlkampf hat begonnen - auch für die Tourismusbranche spürbar

Wien (HGPD/ÖGB) - "Der Wahlkampf wirft seine langen Schatten voraus", erklärte Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), heute, Freitag, im Rahmen einer Pressekonferenz: "So kann sich die Regierung derzeit nicht genug loben, was die aktuellen Arbeitsmarktzahlen angeht. Dabei wird mit diesen Zahlen fast wie beim Hütchenspiel hantiert." Aber nicht nur den Tourismusarbeitsmarkt betreffend sieht der Gewerkschafter Klärungsbedarf, auch in Bezug auf eine "Wahlcheckliste" der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Dort werden unter anderem eine Senkung der Lohnnebenkosten und eine Arbeitszeitflexibilisierung gefordert.++++

"Im Mai 2006 gab es 11.502 Arbeitslose weniger als im Mai des Vorjahres, jubelt die Regierung, also ein Minus von 5,1 Prozent", zitierte Kaske und ergänzte: "Dabei verschweigt man uns, dass es im selben Monat ein Plus von 21,4 Prozent an SchulungsteilnehmerInnen gab. Das sind exakt 11.059 Personen, die sich einfach unter einem anderen Hütchen verstecken. Allein im Tourismus waren im Mai 30.437 Arbeitslose zu verzeichnen, 189 mehr als im Vorjahr." Das oft gebrauchte UnternehmerInnenargument, man bekäme keine Leute, die Arbeitslosen würden nicht arbeiten wollen, widerlegte der Tourismusgewerkschafter mit zwei Beispielen: "Ein österreichisches Stubenmädchen bekommt in Tirol keinen Job, weil sie nicht ins ausländische Team passt. Ein hoch qualifizierter Küchenmeister schreibt 175 Bewerbungen - seine Qualifizierung wird als Argument gegen ihn verwendet."

Empört reagierte der HGPD-Vorsitzende auch auf eine so genannte "Wahlcheckliste" der ÖHV, in der eine Senkung der Lohnnebenkosten gefordert wird: "Das würde unter anderem eine Senkung von Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung bedeuten - und das ist im Endeffekt eine Gefährdung der sozialen Sicherheit. Auch die Forderung nach einer Arbeitszeitflexibilisierung halte ich für absurd. Was soll im Tourismus noch flexibler werden. Der Kollektivvertrag, Betriebskollektivverträge und Betriebsvereinbarungen ermöglichen Dienstleistung 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Zu flexiblen Rahmenbedingungen gehören allerdings auch ordentliche Abrechnungssysteme mit sauber geführten Dienstplänen, Zeiterfassungssystemen und fairer Kontrolle und die gefallen manchen UnternehmerInnen gar nicht." (kk)

ÖGB, 9. Juni
2006 Nr. 410

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