Kuntzl zum Vatertag: Väter brauchen mehr als schöne Worte

SPÖ fordert Reform des Kinderbetreuungsgelds und "Papamonat"

Wien (SK) - "Väter brauchen konkrete politische Maßnahmen, um ihre in den meisten Fällen gewünschte stärkere Beteiligung am Familienleben und am Leben mit Kindern zu übernehmen. Schöne Worte, Bücher und DVDs über 'Väterrollen' sind da sicher nicht genug", bemerkte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Kuntzl wandte sich an die zuständige Ministerin Haubner, Konsequenzen aus der Studie zum Kinderbetreuungsgeld (KBG) zu ziehen, das KBG zu reformieren und einen "Papamonat" einzuführen. ****

"Mit der von Haubner selbst in Auftrag gegebenen Studie werden unsere Vorschläge zur Reform des Kinderbetreuungsgelds klipp und klar bestätigt", betonte Kuntzl. Konkret könne von einer verbesserten Wahlfreiheit nur für einige wenige Bevölkerungsgruppen gesprochen werden, die eine flexiblere Nutzung der Zuverdienstgrenze gestalten können. Weiters wird Schwarz auf Weiß erklärt, dass die vorherrschenden traditionellen Geschlechterrollen in der Gesellschaft durch das KBG verstärkt werden. Und die Väterbeteiligung wird durch das KBG nicht nur nicht gefördert, sondern durch die Schaffung der Zuverdienstgrenze und die Abschaffung der früheren Regelung der Teilzeitkarenz sogar eingeschränkt.

"Auch der gegenüber dem Karenzgeld leicht höhere KBG-Bezug der Männer von 3,5 Prozent (April 2006) ist nicht als Erfolg des Kindergelds zu verbuchen", bemerkte Kuntzl. Denn laut Studie bedeutet das nicht, dass diese Väter sich tatsächlich in Karenz befinden. Die Männer würden sich lediglich am finanziellen Bezug des KB beteiligen. Für Kuntzl ist klar: "Hier geht es wohl um Selbständige und Landwirte, die mit dem Kindergeld eine reine Transferleistung beziehen."

Die Studie zum KBG besagt dezidiert, dass sich die Situation für jene verschlechtert hat, die Teilzeitkarenz ohne Zuverdienstgrenze in Anspruch nehmen wollen und auch für jene, die höhere Einkünfte haben. "Beides trifft häufig auf Väter zu, die ja aufgrund der gerade in Österreich besonders hohen Einkommensschere nicht selten die Hauptlast des Familieneinkommens tragen", so Kuntzl.

Mit dem SPÖ-Modell "Kindergeld plus" soll den Schwächen des KGB abgeholfen werden. So soll, wer kürzer KBG bezieht, monatlich einen höheren Betrag erhalten. Die Zuverdienstgrenze soll fallen, wenn um mindestens zwei Fünftel die Arbeitszeit reduziert wird. Ein "Papamonat" soll den Vätern die Möglichkeit geben, mit Einkommensausgleich einen Monat nach der Geburt des Kindes mit der Familie zu verbringen. "Selbstverständlich zusätzlich zum gesetzlichen Urlaubsanspruch, und nicht stattdessen, wie das mitunter von Seiten der Regierungsparteien zu hören war", betonte Kuntzl abschließend. (Schluss) up

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