Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Was bleibt vom Jagdglück? (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 9. Juni 2006

Klagenfurt (OTS) - Einer der meistgesuchten Terroristen ist tot.
Abu Musab al- Zarqawi starb bei einem US-Luftangriff im irakischen Dorf Hibhib. Ein Erfolg für den "globalen Kampf gegen den Terror". Ein "schwerer Schlag für Al Kaida", hört man US-Präsident George W. Bush erleichtert aus dem Rosengarten des Weißen Hauses. Unbestritten eine wichtige Tat: Jagdglück - gerade im richtigen Moment.
Der richtige Augenblick deshalb, weil die Stimmung in den USA sich immer stärker gegen Bush und seine Irak-Politik wendet. Der Blutzoll steigt und steigt wegen eines Desasters weit weg von Amerika. Die Meldungen von Massakern aus dem Irak, die US-Soldaten zu verantworten haben, häufen sich. Die willkürlichen Tötungen von Zivilisten, darunter Kinder und Frauen, sind Ausdruck einer kollektiven Verrohung in den US-Streitkräften, festgehalten in erschreckenden Videobildern. Und was bleibt vom Jagdglück? Kaum wurde der Tod des Terroristen im Irak bekannt, gab es Bombenanschläge mit Toten und Verletzten in Bagdad. Die Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten wird nicht schwinden. Der Hass gegen die Besatzer, die als Befreier kamen und nun zur gewaltbereiten Fremdherrschaft verkommen sind, wächst weiter. Triumphgeschrei ist daher nicht angebracht.

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