"Alt und behindert! - Eine vergessene Altengruppe!"

Die Lebenshilfe Österreich im Dialog mit Europa

Graz/Wien (OTS) - Die internationale Konferenz Alter & Behinderung
- Ageing & Disability - wird morgen, 9. Juni 2006, die "Deklaration von Graz - Graz declaration" verabschieden.

"Im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft organisierten große europäische Netzwerke und österreichische Dachverbände, Lebenshilfe Österreich und die Steirische Behindertenhilfe, eine Konferenz in Graz, bei der erstmals die Materie "Alter & Behinderung" in dieser Dimension gemeinsam angesprochen und verhandelt wird", teilt Univ.- Prof. Dr. Germain Weber, Präsident der Lebenshilfe Österreich, mit. "Menschen mit Behinderungen, die älter werden sowie ältere Menschen, die behindert werden, stehen im Mittelpunkt der Dialoge."

Ausgangslage ist, dass aufgrund noch fehlender gesetzlicher Bestimmungen, fehlender Dienstleistungsangebote und vieler anderer offener Fragen gerade Menschen mit intellektueller Behinderung in Diskussionen zum Thema "Alter" bisher nicht berücksichtigt wurden. "Die Lebenshilfe Österreich setzt sich als Interessenvertretung folgendes Ziel: Menschen mit Behinderung sollen ein aktives und autonomes Leben führen und gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können - auch in betagten Lebensabschnitten. Daher ist eine EU-weite Beschäftigung mit diesem Thema von enormer Bedeutung", erläutert Weber die Brisanz der Konferenz.

Der Präsident der Lebenshilfe Österreich: "In manchen europäischen Ländern ist das Phänomen, dass auch Menschen mit intellektueller Behinderung ein hohes Alter erreichen können, seit längerem eine Tatsache. In anderen Ländern - wie z.B. in Österreich - wird erst in den kommenden Jahren der Anteil der über 60-jährigen Menschen mit intellektueller Behinderung deutlich anwachsen. Grund hierfür ist die systematische Vernichtung ganzer Generationen von Menschen mit intellektueller Behinderung in der Nazi-Zeit."

Prof. Alan Walker von der University of Sheffield: "Die Idee der Autonomie gilt nicht nur für Menschen mit Behinderungen. Sie muss auch im Bereich des Umgangs mit älteren Personen gelten. Abhängigkeiten sollen verhindert und Lebensqualitäten maximiert werden." Walker betonte zu dem, dass auch pflegende Angehörige, die derzeit oft noch ein Schattendasein pflegen, berücksichtigt werden müssen.

Ihre Ansprechpartner zum Thema:

Univ. Prof. Dr. Germain Weber
Präsident der Lebenshilfe Österreich, Vizepräsident der ÖAR germain.weber@univie.ac.at
Tel.: 0699/ 192 553 04

Franz Wolfmayr
Präsident des Dachverbandes "Die Steirische Behindertenhilfe", Vizepräsident EASPD
franz.wolfmayr@chanceb.at
Tel.: 0664/ 60 40 91 82

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Albert Brandstätter
Geschäftsführer der Lebenshilfe Österreich
geschaeftsfuehrung@lebenshilfe.at
Tel.: 0664/ 81 64 801

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