Dolinschek eröffnete Konferenz "Alter und Behinderung"

Wien (OTS) - Sozialstaatssekretär Sigisbert Dolinschek eröffnete heute die im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft stattfindende Konferenz "Alter und Behinderung" im Grazer Messecenter. "Die Zahl älterer Menschen und älterer Menschen mit Behinderung steigt in ganz Europa rasch an. Ziel der Konferenz ist es, Antworten auf zentrale Fragen der demographischen Herausforderungen zu suchen, sowie auch den speziellen Zusammenhang von Alter und Behinderung näher zu beleuchten", so Dolinschek. ****

Die Lebenserwartung in Österreich beträgt heute im Durchschnitt knapp unter 76 Jahre für Männer und über 81 Jahre für Frauen. Dahinter stehen einzigartige Lebenschancen für jeden einzelnen Menschen. Noch nie haben die Menschen mehr vom Leben gehabt als heute. Allerdings besteht ein enger Zusammenhang zwischen Behinderung und Alter. Schon 2002 meinten nahezu 30% der über 55-jährigen, ein längerfristiges Gesundheitsproblem oder eine Behinderung zu haben. Der Informations-und Erfahrungsaustausch mit Experten und Politikern aus anderen europäischen Staaten sei in diesem Zusammenhang von enorm wichtiger Bedeutung.

Österreich hat in den letzten Jahren viele Maßnahmen gesetzt, um Menschen mit Behinderungen und Pflegebedürftigen eine möglichst selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. Beispielhaft führte der Staatssekretär in diesem Zusammenhang die seit 2001 laufende Beschäftigungsoffensive der Bundesregierung für Menschen mit Behinderung, das seit 1. Jänner 2006 geltende Behindertengleichstellungsgesetz, Maßnahmen zur Schaffung von mehr Barrierefreiheit, die Harmonisierung der Sozialbetreuungsberufe, verbesserte Rahmenbedingungen für Heimbewohner, sowie auch die konsequente Weiterentwicklung unseres Pflegevorsorgesystems an, wobei insbesondere der Ausbau der sozialen Dienste als auch die Unterstützung der familiären Pflege weiterhin zu forcieren sei.

Die vor kurzem vorgelegte Mitteilung der Europäischen Kommission zu den sozialen Dienstleistungen von allgemeinem Interesse stehe aus Sicht Dolinscheks auch in Zusammenhang mit der viel diskutierten Dienstleistungsrichtlinie, wobei er immer für die Ausnahme der sozialen Dienstleistungen vom Anwendungsbereich eingetreten sei. "Diese ist notwendig, um dem besonderen Charakter der sozialen Dienstleistungen und ihrer Bedeutung für das soziale Netz und den sozialen Zusammenhalt gerecht zu werden" erklärte Dolinschek.

"Im Zusammenhang mit dem auf Unionsebene gestrafften Sozialschutzprozess wird das Sozialministerium federführend den ersten nationalen Strategiebericht für Sozialschutz und soziale Eingliederung bis Herbst 2006 erstellen, in dem Strategien zu den Bereichen soziale Eingliederung, Pensionen, Gesundheit und Langzeitpflege für die Jahre 2006-2008 zu entwickeln sind. Als eine der Prioritäten werden wir zusammen mit allen relevanten Akteuren Strategien für mehr Teilhabe für behinderte Personen sowie für die Verbesserung der Erwerbschancen von Personengruppen mit überdurchschnittlichen Arbeitsmarktproblemen erarbeiten", schloss Dolinschek. (Schluß) bxf

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